Seit 1925 wurden 30 Millionen Autos gebaut

Vor 90 Jahren, genauer gesagt am 18. August 1925, fiel in Berlin der Startschuss für Ford in Deutschland. An diesem Tag wurde die Ford Motor Company offiziell ins Handelsregister eingetragen. Erst einen Tag vorher, am 17. August, wurde die Einfuhrsperre für ausländische Autos aufgehoben. Doch das Unternehmen wollte mehr, als nur fertige Autos verkaufen: Am 2. Januar 1926 wurden im Berliner Westhafen Lagerhallen angemietet, in denen am 8. April 1926 das erste, aus importieren Teilen montierte, T-Modell vom Band lief. Insgesamt hat Ford in der Zeit in Berlin bis 1931 rund 37.000 Autos gebaut.

Anbindung an den Rhein war wichtig
Kurz danach fiel der Entschluss, nach England auch in Deutschland eine eigene Produktion aufzuziehen. Da das Gelände in Berlin zu klein geworden war, wurde nach neuen Standorten gesucht. Neben Frankfurt/Main und Neuss stand auch Köln zur Debatte. Wichtig war, dass der neue Standort eine direkte Anbindung an eine Wasserstraße hat und zentral in Europa liegt. Die Entscheidung fiel auf die Stadt Köln, in der seitdem die Zentrale von Ford Deutschland und seit 1998 auch der Sitz der Verwaltung von Ford Europa ist.

Produktionsstart in Köln
Zwölf Millionen Reichsmark investierte Ford in die neuen Fertigungshallen, die eine Fläche von 33.000 Quadratmeter umfassten. Zur Grundsteinlegung am 2. Oktober 1930 war neben dem damaligen Kölner Oberbürgermeister und späteren Bundeskanzler Konrad Adenauer auch Henry Ford I anwesend. Am 1. Juni 1931 wurde das Kölner Werk dann offiziell eröffnet. 619 Mitarbeiter fertigten seinerzeit das Modell A, im ersten Jahr entstanden mehr als 6.000 Fahrzeuge. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg startete die Produktion des Ford V8, des B-Modells, des Eifel und des Taunus, der in zahlreichen Varianten auch nach dem Krieg noch für Furore sorgte. Bei den Modellen Taunus 12 M, 15 M, 17 M, 20 M und 26 M standen übrigens die Zahlen jeweils für den Hubraum der Motoren und das ,M" für ,Meisterstück". Zahlreiche Baureihen wie der legendäre Ford Capri oder die Modelle Granada, Consul und Scorpio folgten.

1970 gings in Saarlouis los
Am 16. Januar 1970 startete im saarländischen Saarlouis mit dem Ford Escort die Produktion des zweiten Ford-Werks in Deutschland. Der Ausstoß lag zunächst bei 50 Fahrzeugen am Tag. Offiziell eingeweiht wurde der Standort erst am 11. Juni 1970: Henry Ford II, Enkel des Firmengründers, unterzeichnete die Gründungsurkunde für das Werk. Kurze Zeit später wurde die Produktion hochgefahren und die Zielvorgabe von 600 Autos pro Tag erreicht.

Fiesta ist ein Kölner
Heute laufen alleine im Kölner Ford-Werk, dem europäischen Stammwerk für den Fiesta, täglich 1.850 Fahrzeuge vom Band. Seit 1931 wurden im Werk mehr als 16 Millionen Autos gebaut, davon alleine mehr als 7,8 Millionen Fiesta. Neben der Fahrzeugproduktion gibt es in Köln-Niehl unter anderem auch eine Motoren- und Getriebefertigung. In Köln-Merkenich stehen das europäische Teilevertriebszentrum und das John-Andrews-Entwicklungszentrum des Herstellers. Dort werden alle kleinen und mittleren Fahrzeuge für die ganze Welt entwickelt.

25.000 Mitarbeiter in Deutschland
Im Werk Saarlouis entstehen heute neben der Focus-Limousine auch der Turnier, der ST, der Focus Electric sowie die Derivate C-Max und Grand C-Max – insgesamt 1.650 Fahrzeuge am Tag. Seit 1970 haben mehr als 13,5 Millionen Autos das Werk verlassen. Insgesamt hat Ford in den 90 Jahren in Deutschland mehr als 30 Millionen Mobile gebaut. Aktuell beschäftigt Ford in Deutschland mehr als 25.000 Mitarbeiter.

Entwicklungszentrum in Aachen
Ein weiterer Standort von internationaler Bedeutung kam in Deutschland 1994 hinzu: In Aachen nahm das einzige Forschungszentrum von Ford außerhalb der Vereinigten Staaten seine Arbeit auf. Im europäischen Ford Research & Innovation Center (RIC) arbeiten aktuell rund 300 Ingenieure und Wissenschaftler. Sie sind zuständig für die Forschung und Vorentwicklung von Dieselmotoren, Energiemanagement, zukünftigen Bordnetzen wie 48-Volt-Systemen sowie von Fahrdynamik und Fahrwerkstechnologien.

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