Die besten Pneus für die Mittelklasse

Der Sommer ist fast vorüber, den meteorologischen Herbstanfang haben wir auch schon hinter uns – Zeit, sich Gedanken über Winterreifen zu machen. Denn sobald diese zwischen acht und zehn Jahre alt sind oder eine Profiltiefe von unter vier Millimeter aufweisen, ist ein Wechsel empfehlenswert – der Sicherheit wegen. Die Gesellschaft für Technische Überwachung – kurz GTÜ – und der Auto Club Europa haben sich auch in diesem Jahr wieder acht verschiedene Fabrikate angeschaut, und diese unter widrigen Bedingungen einem Test unterzogen. Die Ergebnisse sind größtenteils recht erfreulich: Alle Hersteller haben im Vergleich zum letzten Winter nochmal nachgebessert und fast alle Profile wurden überarbeitet.

Testsieger von Continental und Goodyear
Getestet wurden acht verschiedene Exemplare im Format 225/50 R17 auf einem BMW 320i. Als Testsieger mit der Note ,sehr empfehlenswert" geht der Continental WinterContact TS 850 hervor (688 Euro pro Satz). Nur knapp dahinter liegt der neue Goodyear UltraGrip Performance Gen-1 (676 Euro pro Satz), der auch mit der Bestnote ,sehr empfehlenswert" ausgezeichnet wurde. Die beiden Reifen sind in allen Disziplinen – egal ob bei Schnee, Nässe oder Trockenheit – sowohl beim Beschleunigen als auch beim Bremsen und beim Handling souverän durch die Prüfungen gegangen.

Breite Auswahl an empfehlenswerten Reifen
Auf den Plätzen drei bis sieben tummeln sich die Kandidaten, die für ihre Leistung ein ,empfehlenswert" erreichen konnten. Angeführt wird diese Liste vom Dunlop Winter Sport 5 (674 Euro pro Satz). Knapp dahinter folgen der neue Nokian WR D4 (540 Euro pro Satz) und der Michelin Alpin 5, der mit 704 Euro pro Satz der teuerste Reifen im Test ist. Anschließend folgen noch der Pirelli Sottozero (648 Euro pro Satz) und der Semperit Speed-Grip 2 (570 Euro pro Satz). Der einzige Reifen, der nur ein ,bedingt empfehlenswert" erreichte, ist der Vredestein Wintrac Xtreme S (596 Euro pro Satz). Er konnte die Tester vor allem beim Nasshandling nicht überzeugen.

Continental überall vorne dabei
Beim Beschleunigen und Verzögern auf schneebedeckter Fahrbahn liegen alle Kandidaten eng beieinander. Nur die Reifen von Michelin, Vredestein und Pirelli verzögern weniger gut, als sie sich beschleunigen lassen. Vor allem mit dem Pirelli ist eine Schwäche beim Bremsen auf Schnee zu erkennen: Er benötigt aus Tempo 50 zwei Meter mehr zum Stillstand als der beste Reifen, der Continental WinterContact TS 850. Beim Nasshandling liegen Michelin, Continental und Goodyear an der Spitze. Der Semperit Speed-Grip 2 schwächelt mit geringer Seitenführung, der Vredestein außerdem mit einem langen Bremsweg. Im Trockenen ist der Continental klar der beste Reifen und lässt die Konkurrenz deutlich hinter sich.

Früh genug um Winterreifen kümmern
Seit dem 4. Dezember 2010 gibt es in Deutschland eine sogenannte situative Winterreifenpflicht. Das heißt, dass bei Schnee-, Reif-, Eis-, oder Schneematschglätte ausschließlich mit Winter- oder Ganzjahresreifen gefahren werden darf. Winterreifen haben zur besseren Erkennung ein Schneeflockensymbol auf der Flanke. Wer sich mit Sommerreifen erwischen lässt, zahlt 40 Euro Bußgeld – bei dadurch entstehender Verkehrsbehinderung sind 80 Euro fällig. Außerdem entfällt bei einem Unfall der Versicherungsschutz.

Lesen Sie auch:

Bildergalerie: GTÜ testet Winterreifen in 225/50 R17