Audi e-tron quattro concept

Audi gibt auf der IAA (17. bis 27. September 2015) in Frankfurt einen Ausblick auf ein rein elektrisch angetriebenes SUV der Oberklasse, das Anfang 2018 auf den Markt kommen soll. Audi-Chef Rupert Stadler bezeichnet das Auto als ,das schönste, progressivste und reichweitenstärkste Elektroauto". Es trägt den Namen e-tron quattro concept und könnte die Lücke zwischen Q5 und Q7 füllen.

Drei E-Motoren mit Boost-Funktion
Der e-tron quattro concept wird von drei Elektromotoren angetrieben. Einer liefert seine Kraft an die Vorderachse, die beiden Anderen an die Hinterachse. Zusammen entsteht eine Systemleistung von 435 PS, die per Boost-Funktion kurzzeitig sogar auf 503 PS und 800 Newtonmeter erhöht werden kann. Der Audi beschleunigt in 4,6 Sekunden von null auf 100 und erreicht eine elektronisch begrenzte Endgeschwindigkeit von 210 km/h. Dazu passt Stadlers Slogan: ,Elektrischer Fahrspaß ohne Verzicht". Ein intelligentes Antriebsmanagement mit ,Torque Control Manager" verteilt die Kraft der beiden E-Motoren an der Hinterachse aktiv zwischen den Hinterrädern.

500 Kilometer Reichweite und Solarstrom
Die Motoren beziehen ihren Strom aus einer Lithium-Ionen-Batterie im Boden des Fahrzeugs. Diese Positionierung sorgt für eine ausgewogene Achslastverteilung und einen tiefen Schwerpunkt. Die Akku-Kapazität von 95 kWh reicht für 500 Kilometer rein elektrisches Fahren. Innerhalb von 50 Minuten soll die Batterie vollständig geladen werden können. Neben der klassischen Lade-Methode an der Steckdose wird es auch ein ,wireless charging" via Induktion geben. Bei gutem Wetter versorgt ein Solardach den e-tron quattro concept mit zusätzlicher Energie. Mit einem Seitenhieb auf Tesla meinte Rupert Stadler in Frankfurt: ,Man muss nicht zwingend der Erste sein, aber immer der Beste".

Luftfederung und aktive Aerodynamik
Eine Luftfederung mit geregelter Dämpfung senkt die Karosserie bei hohen Geschwindigkeiten ab, um den Luftwiderstand zu verringern. Auch die fünftürige Karosserie des 4,88 Meter langen Audis trägt aktiv zur Reduzierung des Luftwiderstandes bei. Ab 80 km/h fahren an der Front, am Heck und an den Flanken bewegliche Aero-Elemente aus, um die Durch- und Umströmung des Fahrzeugs zu verbessern. Die vertikalen Abrisskanten an der Außenhaut und der komplett geschlossene Unterboden helfen ebenfalls, den cw-Wert von 0,25 zu erreichen. Die dynamische Allradlenkung macht das Auto fahrstabiler und gleichzeitig wendiger bei niedrigem Tempo.

Neueste Lichttechnik
Beim Licht setzt Audi auf eine Kombination aus Matrix-Laser-Licht und OLED-Elementen. So werden die Matrix-Hauptscheinwerfer an der Front von einer Signaturbeleuchtung aus fünf Leuchtelementen unterstützt. Diese bestehen jeweils aus einem LED-Leuchtkörper und einer extrem flachen OLED-Einheit. Am Heck des e-tron quattro concept werden jeweils zwölf OLED-Leuchten zu einem Rücklicht zusammengeschlossen.

Virtuelles Cockpit mit OLED
Im Innenraum des Audi finden sich vier Einzelsitze und genug Kofferraum für 615 Liter Ladung. Besondere Bedeutung wurde der Display-Technik zugemessen, auch hier kommt die OLED-Technik zum Einsatz. Das ,Audi virtual Cockpit curved OLED" ist eine Weiterentwicklung des virtuellen Kombiinstruments, das beispielsweise im Audi TT verbaut ist. Links und rechts unterhalb des großen Displays sind zwei kleinere Monitore montiert, auf denen der Fahrer das Licht, die Systeme für pilotiertes Fahren, die Medienausgabe und das Navigationssystem steuern kann. Auch im Lenkrad sind Touch-Flächen integriert. Im vorderen Bereich der Türen befinden sich Displays, die, gespeist von Kameras außen am Fahrzeug, als Außenspiegel fungieren. Im Fond versorgen weitere OLED-Einheiten die Passagiere mit Informationen. Ein LTE-Modul verbindet den Audi mit dem Internet.

Systeme für pilotiertes Fahren
Die Technologien für pilotiertes Fahren, die im e-tron quattro concept verwendet werden, stehen kurz vor der Serienreife. Dabei handelt es sich um Radarsensoren, eine Videokamera, Ultraschall-Sensoren und einen Laserscanner. Die Daten dieser Systeme laufen in einem seperaten Steuergerät zusammen und sollen in Echtzeit ein komplettes Umgebungsmodell des Autos errechnen können. Dieses wird dann den Assistenzsystemen zur Verfügung gestellt.

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