Audi auf der CES 2015

Next Chapter: Unter diesem Motto steht der Auftritt von Audi auf der Consumer Electronics Show (CES), die vom 6. bis 9. Januar 2015 in Las Vegas über die Bühne geht. Auf der wichtigsten Elektronik-Messe der Welt präsentiert die Ring-Marke ihre Technologien von heute und morgen.

A7 prologue piloted driving
Zu den Highlights auf dem Audi-Messestand gehört der A7 prologue piloted driving. Wer nun meint "den kenn ich schon", hat nur halb recht: Im Oktober 2014 fuhr der RS 7 piloted driving concept mit bis zu 240 km/h fahrerlos rund um den Hockenheimring. Auch das neue Showcar zeigt Audis Fähigkeiten in puncto autonomes Fahren, das in Ingolstadt ,pilotiertes Fahren" heißt. Die Studie basiert aber auf dem A7. Sie fährt fahrerlos von Stanford im Silicon Valley über Bakersfield zur Messe. Zu den Hauptsystemen gehört das zentrale Fahrerassistenzsteuergerät (zFAS). Es verarbeitet die Daten der Sensoren zu einem detaillierten Bild der Fahrzeugumgebung und gibt sie online an einen Computer in der Cloud weiter. Dort werden sie aufbereitet und gelangen zurück ins Auto. Auf diese Weise lernt das Auto während der Fahrt permanent dazu, um seine Performance zu verbessern. Gleichzeitig können auch andere Nutzer der Technik von diesen Daten profitieren.

687 PS und riesiges Touch-Display
Im lichten Innenraum des Showcars ist die ganze Instrumententafel als dreiteiliges Touch-Display ausgeführt. Hinzu kommt ein neuartiges, superdünnes und flexibles OLED-Display aus organischen Leuchtdioden. Im Hybrid-Antriebsstrang arbeiten ein 4.0 TFSI und eine kraftvolle E-Maschine zusammen. Mit 687 PS oder 505 Kilowatt Systemleistung und dem Drehmoment seiner beiden Motoren von 950 Newtonmeter beschleunigt der Wagen in 3,5 Sekunden von null auf 100 km/h. Die CO2-Emissionen liegen bei 185 Gramm pro Kilometer.

Q7-Cockpitmodell
Der Innenraum des neuen Q7 war bereits im Bild bekannt, auf der CES kann das Cockpit nun in Form eines Modells begutachtet werden. Das Auto selbst ist nicht in Las Vegas zu sehen, es wird auf der Messe in Detroit (12. bis 25. Januar 2015) Weltpremiere haben und kommt dann im Sommer 2015 auf den Markt. Der Q7 bietet einige neue Assistenzsysteme: den Prädiktiven Effizienzassistenten, einen Anhängerassistenten und einen Stauassistenten. Auch die neueste Evolutionsstufe von Audi connect ist im Q7 verwirklicht. Unter diesem Begriff fasst die Marke alles zusammen, was ein Auto mit dem Fahrer, dem Internet, der Infrastruktur und mit anderen Fahrzeugen verbindet. Der zentrale Baustein ist die schnelle Internet-Übertragungstechnik LTE. Die Beifahrer können sie über einen WLAN-Hotspot nutzen, außerdem bringt LTE den Zugriff auf die Musikdienste von Napster und Aupeo! und ermöglicht ein schnelles Online-Update für die Navigationskarten. Im neuen Q7 kommen – wie bei der Designstudie von VW in Las Vegas – Apple Car Play und Android Auto hinzu. Den Kern des Angebots bildet eine riesige Auswahl an Musiktiteln, darüber hinaus bieten beide Plattformen Navigations-und Messaging-Funktionen sowie Terminerinnerungen.

Induktives Handy-Aufladen im Auto
Die Audi phone box des Q7 dient der komfortablen Kopplung des Smartphones. Sie kann geeignete Mobiltelefone nach dem Qi-Standard induktiv laden. Neu ist auch der 3D-Klang. Premium-Soundanlagen von Bose sowie von Bang & Olufsen besitzen zusätzliche Lautsprecher, die die räumliche Dimension der Höhe erschließen. Aus herkömmlichen Stereo- oder 5.1-Aufnahmen werden die Informationen für die dritte Dimension herausgerechnet und für das erweiterte Lautsprecherensemble aufbereitet.

Matrix-Laser-Scheinwerfer und Baustellenlicht
Auch beim Licht setzt Audi einen Schwerpunkt. Als nächsten Schritt nach dem Laser-Fernlicht, das kürzlich im R8 LMX vorgestellt wurde, präsentiert die Marke auf der CES die Matrix-Laser-Technologie. Dieses Laserlicht leuchtet die Straße hochauflösend und fein geregelt aus – viel mehr gibt Audi dazu noch nicht bekannt. Ebenfalls neu ist das Baustellenlicht. Es wirft zwei betont helle Lichtstreifen von 15 Meter Länge auf die Straße und visualisiert damit die Breite des Autos. Das soll dem Fahrer helfen zu erkennen, wie viel Platz ihm links und rechts zur Verfügung steht.

Das Handy als Schlüssel
Auch Car-to-X-Technologien sind Audi wichtig. So können sich beispielsweise Audi-Modelle mit Ampeln in der Stadt vernetzen, um schneller und effizienter durch den Verkehr zu gelangen. Eine andere Lösung ermöglicht bargeldloses Bezahlen im Parkhaus beziehungsweise am Straßenrand, eine dritte das Erkennen von Tempolimits und Gefahrenstellen und die Weitergabe entsprechender Informationen an andere Autos. Eine weitere Neuheit ist der Audi mobile key, der dem von VW in Las Vegas gezeigten elektronischen Fahrzeugschlüssel ähnelt. Dabei öffnet das Smartphone oder die Smartwatch die Tür via Near Field Communication (NFC). Wie VW plant Audi außerdem ein Tablet, das das Rear Seat Entertainment ersetzen soll, nur möchte Audi dem Kunden offenbar auch das Tablet verkaufen. In Las Vegas ist daher ein ,Audi tablet" mit 10,1-Zoll-Display zu sehen, das via WLAN an das bordeigene Infotainmentsystem angekoppelt wird.

Auch Audi will reine Elektroautos bauen
Beim Thema induktives Laden hat Audi eine ähnliche Lösung wie VW zu bieten. Der Plug-in-Hybridantrieb, der im A3 Sportback e-tron debütierte, soll nun zügig in weitere Modelle einziehen, zunächst in die Mittel- und Oberklasse. Jedes Jahr kommt ein neues e-tron-Modell auf den Markt. Gleichzeitig arbeitet Audi an rein elektrisch angetriebenen Autos, doch ein fertiges Äquivalent zum VW e-Golf wird noch nicht präsentiert. Die übrigen Autos auf der Messe haben begrenzten Neuigkeitswert: Zum R8 LMX gab es bereits im Mai 2014 Bilder, zum Facelift des RS 7 Sportback im Juni 2014 und der TT Roadster stand bereits auf dem Pariser Autosalon im Herbst 2014.

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