Das ist der Leichtbau-Offroader Ariel Nomad

Auch wenn er viel von einem Spielzeugauto hat und einige vermuten könnten, man bräuchte dafür eine Fernbedienung – Ariels neuer Offroad-Hammer namens Nomad dürfte mit seiner Vorstellung auf der Birminghamer Messe ,Autosport International" eine ganz neue Fahrzeugklasse gegründet haben. Geht es nach seinem Erbauer, ist der Nomad nämlich eine Art Supercar für alle Fälle (und Beläge).

Viel Drehmoment, wenig Gewicht
Der Ariel Nomad wird von einem 2,4-Liter-Honda-Vierzylinder angetrieben, der üblicherweise in den Topversionen des Honda Accord zum Einsatz kommt. Nach einer Überarbeitung durch Ariel leistet der Saugmotor nun aber beachtliche 240 PS und 300 Newtonmeter, die über ein Sechsgang-Schaltgetriebe an die Hinterräder gehen. Gerade das hohe Drehmoment beeindruckt, gleicht es doch dem im aufgeladenen 2,0-Liter-Atom. Bemerkenswert ist auch das niedrige Gewicht des Nomad. Trotz größerer Räder, mehr Überschlag-Schutz, mächtigerer Feder-Dämpfer-Elemente und eines verstärkten Offroad-Chassis bringt er es auf gerade mal 670 Kilo. Der Sprint von null auf 60 Meilen pro Stunde (97 km/h) soll nur 3,4 Sekunden dauern, die Höchstgeschwindigkeit geben die Briten je nach Setup mit 200 bis 220 Stundenkilometer an.

Auch für den Rennsport gedacht
Auch wenn Ariel-Chef Simon Saunders davon ausgeht, dass die meisten Nomads für den privaten Fahrspaß auf und neben der Straße gekauft werden, soll er durchaus in der Lage sein, im professionellen Motorsport zu bestehen. Neben dem klassischen Rallyesport sind auch Einsätze im Rallyecross oder Autocross vorstellbar. Saunders glaubt sogar, dass ein gut eingestellter Nomad trotz fehlenden Allradantriebs ,ehrenhaft" in der Rallye Dakar abschneiden könnte.

Tests auf der Rennstrecke und im Wald
Trotz ständiger Entwicklungen am Atom und dem Launch des Motorrads Ace nahm das Projekt Nomad in letzter Zeit richtig Fahrt auf. Hauptverantwortlich dafür ist der Sohn des Firmengründers, Henry Siebert-Saunders, dessen Offroad-Begeisterung die Entwicklung des Nomad maßgeblich vorantrieb: ,Wir haben den Nomad auf diversen Rennstrecken und privaten Kursen getestet. Darunter auch bekannte WRC-Stages und abgesperrte Waldwege. Die Idee war, unser hinterradgetriebenes Auto mit Aufgaben zu konfrontieren, die normalen 4x4-Fahrzeugen gerecht werden, weil wir davon ausgingen, dass seine Kompaktheit, sein Drehmoment und das niedrige Gewicht den fehlenden Allradantrieb kompensieren könnten. Bis hierhin sollten wir Recht behalten. Es ist eine ganz neue Art von Fahrspaß."

Unter 40.000 Euro
Wie der knapp 200 Kilo leichtere Atom verfügt der Nomad über einen Elektronenstrahl-geschweißten Giterrohrrahmen. Das fette Fahrwerk wurde mit Bilstein, Eibach und Öhlins entwickelt. Dazu gibt es dicke Stollenreifen und kernige Rampen- und Böschungswinkel von 71 und 82 Grad. Rennstrecken-Freunde versorgt Ariel mit einem GPS-Datalogger und einem Feuerlöscher, obwohl dieser völlig verrückte Buggy wohl doch eher auf Sand und Dreck zuhause ist. Jeder Nomad wird von einem Ariel-Mitarbeiter von Hand gefertigt und ist komplett personalisierbar. Das beinhaltet die Farbe des Rahmens und der Karosserie-Paneele oder verschiedene Räder von 15 bis 18 Zoll. Ebenso werden diverse Zubehörteile wie Zusatzstrahler, Trittbretter, Gepäckaufsätze oder spezielle Endschalldämpfer für den Nomad verfügbar sein. Ariels irrer Fun-Buggy soll ab Sommer 2015 ausgeliefert werden. Die Preise starten bei 30.000 Pfund, was derzeit etwa 38.000 Euro entspricht.

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