Chevrolet zeigt in Detroit den neuen Volt

In den letzten Jahren wurden US-Autofirmen gedanklich nicht unbedingt mit Innovationen verbunden. Doch es gibt Ausnahmen: Bereits 2010 – und damit Jahre vor dem VW Golf GTE brachte Chevrolet mit dem Volt einen Plug-in-Hybrid auf den Markt. Obwohl er hierzulande auch als Opel Ampera in Erscheinung trat, blieb er in Deutschland eine Randerscheinung. Anders in den USA, weshalb nun auf der Automesse in Detroit (12. bis 25. Januar 2015) die zweite Generation des Teilzeit-Stromers im Mittelpunkt steht.

Mehr Praxisnutzen
Bereits auf den ersten Blick wird deutlich, dass der Chevrolet Volt formal geglättet wurde. Damit verliert er etwas von seiner wuchtigen Optik, wirkt aber gerade am Heck beliebiger. Im Gegenzug wird die Neuauflage praktischer, so ist die Ladekante niedriger angeordnet. Der dahinterliegende Kofferraum bleibt mit 301 Liter Fassungsvermögen praktisch gleich, ebenso Radstand, Höhe und Breite. Lediglich in der Länge legt der Volt um acht Zentimeter auf jetzt 4,58 Meter zu. Im Gegensatz zum Vorgänger ist die zweite Volt-Auflage als Fünfsitzer nutzbar, weil das Batteriepaket nun den Innenraum nicht mehr wie eine Mauer teilt. Gleichzeitig wurde das Cockpit entschlackt: Vor dem Fahrer befindet sich ein Acht-Zoll-Bildschirm, auf das gleiche Format bringt es der Monitor in der Mittelkonsole. Weniger Knöpfe sollen die Bedienung vereinfachen.

Weniger selten
Kommen wir nun zum Herzstück des Volt, der Technik: Das gemeinsam mit LG Chem entwickelte Batteriesystem weist eine Kapazität von 18,4 Kilowattstunden auf, die Anzahl der Zellen wurde von 288 auf 192 gesenkt. Gleichzeitig wurde das Akkupaket knapp zehn Kilogramm leichter und ist tiefer angeordnet. Mit 120 Volt dauert eine komplette Aufladung 13 Stunden, mit 240 Volt sind es rund 4,5 Stunden. Zum 101 PS leistenden 1,5-Liter-Benziner (bislang war es ein 1,4-Liter-Aggregat mit 86 PS) gesellen sich zwei Elektromotoren, die gemeinsam 149 PS stark sind und ein maximales Drehmoment von 398 Newtonmeter bereitstellen. Die ,Drive Unit" wiegt 45 Kilogramm weniger als das derzeitige System, insgesamt speckt der neue Volt um gut 100 Kilogramm ab. Interessant: Bei den E-Motoren kommen weniger ,Seltene Erden" zum Einsatz, einer der beiden verzichtet sogar komplett auf die raren Rohstoffe.

Reich an Weite
Rein elektrisch soll der neue Volt in 2,6 Sekunden auf 30 mph (48 km/h) beschleunigen, 60 Meilen (96 km/h) sind nach 8,4 Sekunden erreicht. Bereits bislang war der Volt kein Sportwagen, daran ändert sich nichts: Bei gut 158 km/h ist Schluß, was freilich für US-Straßen voll ausreicht. Allein mit Strom kommt der Volt 80 Kilometer weit, ein Zuwachs von 20 Kilometern. Zum Vergleich: Beim Toyota Prius Plug-in-Hybrid sind es 25 Kilometer, beim VW Golf GTE 50. Die Gesamtreichweite des neuen Volt gibt Chevrolet mit ungefähr 640 Kilometer an, der Durchschnittsverbrauch wird auf 5,7 Liter beziffert. Nicht gerade extrem knauserig, aber laut Hersteller würden aktuelle Volt-Eigner mehr als 80 Prozent ihrer Strecken komplett ohne Benzin zurücklegen.

Europa hat das Nachsehen
Wer hierzulande scharf auf den neuen Volt ist, muss enttäuscht werden: Chevrolet hat sich weitestgehend vom deutschen Markt zurückgezogen und auch als Opel Ampera wird die zweite Volt-Generation nicht angeboten. Daher hilft im Extremfall nur der Eigenimport: In der zweiten Hälfte des Jahres 2015 soll der neue Volt in den USA auf den Markt kommen. Serienmäßig sind dann eine Rückfahrkamera und zehn Airbags an Bord. Optional stehen viele Assistenzsysteme bereit, etwa zum automatischen Bremsen und halbautomatischen Einparken.

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