Neue Struktur bei VW und geplante Umrüstung der betroffenen Diesel

Der VW-Konzern gibt sich eine neue Struktur. Am vergangenen Freitag (25. September) wurde nicht nur der neue Vorstandschef ernannt – der bisherige Porsche-Chef Matthias Müller tritt die Nachfolge von Martin Winterkorn an – sondern auch der Konzern völlig neu strukturiert.

Vier Markengruppen
Der Konzern gliedert sich künftig in vier Markengruppen, die sich an den Baukästen orientieren. Die Porsche-Gruppe umfasst auch Bentley und Bugatti und ist für den Mittelmotorbaukasten verantwortlich, die Audi-Gruppe (mit dem modularen Längsbaukasten und den Marken Lamborghini und Ducati) bleibt bestehen, ebenso die Nutzfahrzeug-Holding. Schließlich gibt es noch die Volumengruppe mit dem modularen Querbaukasten (VW, Seat und Skoda).

Neuer Nordamerika-Bereich
VW in Nordamerika wird ein eigener Bereich, der künftig vom bisherigen Skoda-Chef Winfried Vahland geführt wird. Ihm untergeordnet ist Michael Horn, der Chef der VW-Gruppe in den USA bleibt. Vahlands Nachfolge bei Skoda tritt Bernhard Maier an, bislang Vertriebschef bei Porsche. Markenvorstand von VW bleibt Herbert Diess, der erst kürzlich von BMW zu Volkswagen gekommen ist. Bei Seat wird Jürgen Stackmann durch Luca de Meo ersetzt, bisher Audi-Vertriebschef. Die Audi-Markengruppe wird wie gehabt von Rupert Stadler geleitet. Wer künftig Porsche leitet, blieb einstweilen offen. Auch zur Zukunft der Entwicklungsvorstände Hackenberg, Hatz wurde keine Entscheidung getroffen. Es soll aber künftig einen Chief Technology Officer geben, der konzernweit für technische Entwicklungen zuständig ist.

KBA fordert Nachbesserung von VW
Auch in der Sache Abgaswerte gibt es Neuigkeiten. So verlangt das Kraftfahrtbundesamt von VW bis zum 7. Oktober einen Plan, ob und wie die deutschen Fahrzeuge mit Zykluserkennung – angeblich 2,8 Millionen Stück mit dem Dieselmotor EA 189 – die Abgasnormen einhalten können. Dem Vernehmen nach wird VW die Fahrer über die Händler informieren, wenn eine technische Lösung gefunden ist. Dann werden die Fahrer wohl in die Werkstatt müssen, damit eine neue Software aufgespielt oder Hardware ausgetauscht werden kann. Die aktuellen Euro-6-Diesel des Konzerns sind jedoch angeblich nicht betroffen.

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