NAIAS 2015: Ford zeigt Neuauflage des legendären GT

Keine Frage: Dieses Teil ist der Knüller der NAIAS 2015 in Detroit (12. bis 25. Januar). Ford bringt eine atemberaubende Neuauflage des legendären GT 40. Der Supersportwagen namens GT soll Ende 2016 in Produktion gehen und auf ausgewählten Märkten verkauft werden. Bis 2020 will Ford übrigens zwölf neue Performance-Fahrzeuge herausbringen, darunter einen Focus RS, den F-150 Raptor und den Shelby-GT350-Mustang.

Rache an Ferrari
GT 40? Da war doch mal was. Richtig: Mitte der 1960er-Jahre wollte Ford von Enzo Ferrari dessen Sportwagenmarke kaufen. Aber der Commendatore stellte sich quer und so fasste der US-Konzern einen Plan: In Le Mans wollte man Ferrari zeigen, was eine Harke ist. Das Ergebnis war der GT 40, mit dem Ford zwischen 1966 und 1969 viermal in Folge die 24 Stunden gewann. 2004 wurde die erste moderne Neuauflage unter dem Namen GT aufgelegt. Von dem 550 PS starken Wagen entstanden knapp 4.000 Exemplare, von denen aber nur 101 Exemplare nach Europa gelangten.

Etwas Starkes zum Jubiläum
Der gleichnamige GT-Nachfolger geht nicht ohne Grund 2016 an den Start: In diesem Jahr feiert Ford den 50. Jahrestag des ersten Le-Mans-Sieges, sodass eigentlich auch der Name GT 50 nicht unpassend wäre. Wie dem auch sei: Im Gegensatz zum 2004er-GT emanzipiert sich das neue Modell optisch viel stärker vom historischen Vorbild, zitiert aber im Design noch genügend Elemente des GT 40. Die Fahrgastzelle aus Kohlefaser bietet Platz für zwei Passagiere, Hilfsrahmen aus Aluminium ergänzen sich mit Carbon-Karosserieteilen. Ford verspricht ein hervorragendes Leistungsgewicht. Auf dem Heck befindet sich ein Spoiler, dessen Höhe und Winkel variabel auf das Tempo und andere Bedingungen angepasst wird. Weitere Technik-Schmankerl sind Keramikbremsen rundum, eine Drehstab-Federung mit Pushrod-Dämpfern und Michelin-Sportreifen auf 20-Zoll-Felgen.

Feste Sitze
Die Suche nach jedem vermeidbarem Gramm schließt die Insassen nicht aus. Über Scherentüren gelangen diese ins Innere und nehmen auf Sitzen Platz, die fester Bestandteil der Carbonzelle sind. Jedoch können die Pedale und das Lenkrad verstellt werden. Der Fahrer greift in ein Volant im Formel-1-Stil und blickt auf ein frei konfigurierbares Digitalinstrument.

Aufgeladenes Aggregat
Als Kraftquelle dient ein als Mittelmotor montierter 3,5-Liter-Ecoboost-Benziner mit sechs Zylindern und Doppelturbo. Das Aggregat läuft bereits unter Rennbedingungen in der amerikanischen IMSA-Serie, im GT soll der V6 über 600 PS bereitstellen. Für die Kraftübertragung ist ein Siebengang-Doppelkupplungs-Getriebe zuständig, das in Transaxle-Bauweise montiert wird. So weit, so gut. Und was ist mit Europa? Dass der GT den Weg über den Atlantik schafft, gilt als recht wahrscheinlich. Bleibt nur zu hoffen, dass die Stückzahl nicht ähnlich homöopathisch ausfällt wie beim GT von 2004. Eines steht aber fest: Wie vor 50 Jahren muss sich Ferrari warm anziehen.

Preis um die 200.000 Euro?
Und was wird der Wagen kosten? Vorstandschef Bill Ford Jr. sagte auf der Messe: "Der Preis ist noch nicht festgelegt, aber aber wir werden angesichts der Lamborghinis auf dem Markt einen wettbewerbsfähigen Preis finden." Und der 610 PS starke Lamborghini Huracán LP 610-4 kostet knapp 202.000 Euro.

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