Mazda zeigt Sportwagenstudie auf der Tokyo Motor Show 2015

Er gilt als längst beerdigt: Der Kreiskolbenmotor, landläufig nach seinem Erfinder Wankelmotor genannt. Vor allem Mazda konnte mit dem Wankel große Erfolge feiern, unter anderem in Gestalt des Le-Mans-Sieges von 1991 oder des beliebten RX-7. Dessen Nachfolger namens RX-8 hielt dem exotischen Konzept final die Stange, bis 2012 das Ende kam. Doch nun könnte die Story weitergehen: Mazda bringt Ende Oktober 2015 eine Sportwagen-Studie zur Tokyo Motor Show mit.

Gefühl für die Geschichte
Das erste Bild des noch namenlosen Konzeptfahrzeugs zeigt designerische Anleihen am Mercedes-AMG GT. Mazda selbst spricht vage von einem ,Gefühl für die Abstammung" und der Essenz der eigenen Sportwagen-Tradition in einem Modell. Dazu passt, dass auf der Messe auch ein Cosmo Sport von 1967 ausgestellt wird. Er sorgte formal und technisch für Furore, war er doch noch vor dem NSU Ro 80 das erste Auto mit Zweischeiben-Wankelmotor.

Überraschung zum Geburtstag?
Sein 50-jähriges Jubiläum im Jahr 2017 könnte zum Anlass genommen werden, um die Idee eines Wankel-Mazda in schnittiger Form wiederzubeleben. Mit dem RX-7 von 1978 ging die Firma erfolgreich dazu über, den Wankelmotor in Sportwagen anzubieten. Hier konnte das Aggregat seine kompakte Bauform ausspielen, zudem wurden hier der relativ hohe Benzin- und Ölverbrauch stärker toleriert. Damit sind wir beim wichtigsten Knackpunkt: Der RX-8 war nicht unter 12 Liter Durchschnittsverbrauch zu bewegen. Die Lösung heißt ,16X" und wurde 2007 in der Studie Taiki gezeigt.

Sparsamer durch Direkteinspritzung
Dahinter verbirgt sich ein Wankelmotor mit zweimal 800 Kubikmeter Kammervolumen, einem Seitengehäuse aus Aluminium und mehr Auslassvolumen. Am Wichtigsten: Per Direkteinspritzung sollen die bauartbedingt sichelförmigen und damit ungünstig geformten Brennräume besser gefüllt werden. Bis zu 300 PS sind im Gespräch, hinzu könnte ein kleiner E-Antrieb das bescheidene Ansprechverhalten im unteren Drehzahlbereich kompensieren und den Verbrauch senken.

Ampel auf Gelb
Gibt es eine Zukunft für den Wankel? Der aktuelle Mazda-Konzernchef Masamichi Kogai scheint skeptisch zu sein. Er wird zitiert, dass sich der Antrieb für ihn erst ab 100.000 Fahrzeugen pro Jahr rechnen würde. Sein Vorgänger Takashi Yamanouchi hatte hingegen 2011 gesagt, dass der 16X-Motor vorerst auf Eis läge, bis sich die finanzielle Lage von Mazda wieder konsolidiert hätte. Momentan befindet sich die Marke auf Erfolgskurs. Man darf also gespannt sein, ob sich die Japaner ein Leuchtturmprojekt wie einen Wankel-Sportwagen gönnen. Schließlich sind zwei Dinge für Mazda einzigartig: der MX-5 und der Wankelmotor.

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