NAIAS 2015: Buick enthüllt Studie namens Avenir

So manch deutscher Fachbesucher, der am Buick-Stand auf der NAIAS in Detroit (12. bis 25. Januar 2015) verweilt, könnte auf diesen Gedanken kommen: Wie wäre es mit dem Comeback eines großen Opel? Der quasi in der Tradition von Kapitän, Admiral und Diplomat steht. Immerhin gehören Buick und Opel zum gleichen Konzern. Grund für diese Träume ist die Studie Avenir (französisch für ,Zukunft"). Sie gibt einen Ausblick auf eine Limousine im Format einer Mercedes S-Klasse.

Viel Blech
Kommen wir zu den wenigen Fakten, die Buick zum Avenir herausrückt: Der Wagen ist 5,19 Meter lang und 1,93 Meter breit. Innen gibt es vier Sitzplätze sowie einen Zwölf-Zoll-Touchscreen und WLAN mit LTE-Technik. Außen leuchten LED-Scheinwerfer die Straße aus, dank Allradtechnik haften die 21-Zoll-Räder auf dem Asphalt. Unter der Haube steckt ein V6-Benziner mit Direkteinspritzung und Zylinderabschaltung, dessen unbekannte Leistung per Neungang-Automatik übertragen wird.

China im Blick
Was bezweckt Buick mit dem Avenir? Ed Welburn, Vizepräsident des globalen Designteams vom General Motors, sagt, die Studie demonstriere die wachsende internationale Bedeutung von Buick. In der Tat ist die Marke inzwischen auch in China recht erfolgreich. Dort ist das größte Modell der 5,16 Meter lange Park Avenue, bei dem es sich aber um einen Holden Statesman aus Australien handelt. Diese Lösung könnte die Serienversion des Avenir ersetzen, zumal die Studie hinten nicht nur Einzelsitze, sondern auch Video-Bildschirme aufweist. Solche Details sind in China, wo Autos dieser Größe oft mit Chauffeur unterwegs sind, von Bedeutung. Aber auch in den USA macht der Avenir Sinn. Hier markiert aktuell der fünf Meter lange LaCrosse die Spitze im Modellangebot, eine Art verlängerter Opel Insignia.

Ein neuer Opel Diplomat?
Damit wären wir beim Thema Opel. Und zwar mehr, als man denkt. Die Serienneuheit von Buick auf der NAIAS 2015 ist der umgelabelte Cascada, der in den USA mit dem 200-PS-Turbobenziner auf den Markt kommt. Einige bekannte Modelle von Buick sind ebenfalls nur leicht kaschierte Opel-Fahrzeuge, so der Verano (Astra Stufenheck) und der Regal (Insignia). Warum also nicht einmal das Badge-Engineering in die andere Richtung betreiben? Ein Opel Diplomat auf Basis des Buick Avenir wäre angesichts zu erwartender niedriger Stückzahlen eine Möglichkeit. Einen Imagegewinn in Richtung Premium könnte Opel allemal verzeichnen. Vielleicht macht Firmenboss Karl-Theodor Neumann ja mal eine Probefahrt im Avenir.

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