Skandal um manipulierte Motorsoftware

Die Aufklärung der Geschehnisse rund um die Zykluserkennungs-Software von Dieselmodellen wird sich wohl noch geraume Zeit hinziehen. Das erwartet auch VW und verschiebt daher die für den 9. November geplante Hauptversammlung auf unbestimmte Zeit.

Pötsch sieht Existenz des Konzerns bedroht
Die Dimension der Affaire zeigt auch eine Äußerung des bisherigen Finanzvorstands und designierten Aufsichtsratsvorsitzenden, Hans-Dieter Pötsch, auf. Er sprach von einer ,existenzbedrohenden Krise für den Konzern", wie die Zeitung ,Welt am Sonntag" berichtete. Um die Kunden zu informieren, schalten die betroffenen Konzernmarken spezielle Internetseiten. So ist unter volkswagen.de/info für jede Fahrzeuggestellnummer nachzulesen, ob das Auto betroffen ist oder nicht. Auch Audi hat bereits eine solche Website geschaltet.

Schummelsoftware wurde ab 2008 eingesetzt
Der VW-internen Revision liegen inzwischen erste Geständnisse von Ingenieuren vor, wie die "Bild am Sonntag" meldete. Die Software, die beim Vorliegen einer Messsituation für niedrigere NOx-Emissionswerte sorgt als im normalen Fahrbetrieb, soll danach ab 2008 eingesetzt worden sein – also etwa ab dem Serienstart des betroffenen Euro-5-Dieselmotors EA 189, den es in den Varianten 1.2 TDI, 1.6 TDI und 2.0 TDI gab. Es sei damals keine andere Lösung gefunden worden, mit der sowohl die Kosten- als auch die Abgasziele eingehalten werden konnten.

Hackenberg von Ingenieuren beschuldigt
Nach Medienberichten hat es bei den Befragungen auch erste Hinweise darauf gegeben, dass der frühere VW-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg an den Vorgängen beteiligt war. Hackenberg ist derzeit beurlaubt. Er gilt als enger Vertrauter von Ex-Konzernchef Martin Winterkorn, der eine Verantwortung für die Vorgänge bisher von sich gewiesen hat.

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