PS-Zahl, Sprintzeit und Preis: BMW lüftet die Geheimnisse

Schon zur Weltpremiere beim Concours d`Elegance in Pebble Beach (11. bis 16. August 2015) erregte der BMW M4 GTS jede Menge Aufmerksamkeit. Der superleichte Sportler war zwar damals in voller Pracht zu bewundern, aber die interessantesten Fakten hielt der Hersteller geheim. Nun endlich lässt BMW die Katze aus dem Sack und verrät alle Details.

3,8 Sekunden auf Tempo 100
Der Rennbolide mit Straßenzulassung basiert auf dem 2014 eingeführten M4 Coupé. Von ihm stammt auch das Dreiliter-Biturbo-Aggregat, das den GTS zu prickelnden Fahrleistungen beflügelt. In knackigen 3,8 Sekunden prescht der sportlichste M4 auf Tempo 100 und wird erst bei 305 km/h elektronisch abgeregelt. Zum Vergleich: Der normale M4 mit M-Doppelkupplungsgetriebe (M-DKG) knackt die 100er-Marke nach 4,1 Sekunden und wird 250 km/h schnell.

Leistungs-Push auf 500 PS
Um beim GTS die radikaleren Werte zu ermöglichen, greift BMW tief in die Technik-Trickkiste: Eine automatische Wassereinspritzung pusht die Leistung von 431 auf 500 PS, das maximale Drehmoment wummert bei 600 Newtonmeter, das sind 50 mehr als im ebenfalls nicht schwachen Serienmodell. Das System stammt aus dem M4 MotoGP Saftey Car und funktioniert so: Je nach Last, Drehzahl und Temperatur wird ein feiner Wassernebel in den Sammler des Saugmoduls gespritzt. Beim Verdampfen kühlt das Wasser so die Ansaugluft herunter. Der Wirkungsgrad der Verbrennung steigt – und so gibts mehr Wumms. Das kraftbringende Nass fließt aus einem Fünf-Liter-Tank unter dem Kofferraumboden. Dort sitzen auch die Wasserpumpe sowie Sensoren und Ventile.

Radikale Diät
BMW hat den GTS im Vergleich zum zivilen Modell gnadenlos abgespeckt. Leer wiegt der Münchner 1.510 Kilogramm – das sind etwa 100 Kilogramm weniger als beim Serien-M4 mit M-DKG. Dementsprechend liegt das Leistungsgewicht bei 3,0 Kilogramm pro PS. Zur Verschlankung wurden Motorhaube und Dach aus CFK gefertigt, der Endschalldämpfer besteht aus Titan (das bringt 20 Prozent Gewichtsverlust) und der Heckdiffusor kommt als Carbon-Teil. Im Zuge zahlreicher weiterer Diätmaßnahmen hat man auch leichte Schalensitze montiert, die Tür- und Seitenverkleidungen abgespeckt und die Türzuziehgriffe durch Schlaufen ersetzt. Außerdem verzichtet der GTS auf eine Rücksitzbank.

Keramik-Carbon-Bremse ab Werk
Die Kraft wird per Siebengang-M-Doppelkupplungsgetriebe auf die Hinterachse geschickt, die Drive-Logic-Schaltprogramme und die Launch Control sind der gewachsenen Leistung angepasst worden. Fahrwerksseitig besitzt der GTS ein individuell in Zug- und Druckstufe einstellbares Dreiwege-M-Gewindefahrwerk. Den Kontakt zum Boden stellen besonders leichte Schmiederäder her. Sie sind mit eigens auf den M4 GTA abgestimmten Michelin-Sport-Cup-2-Reifen bezogen – vorn in der Größe 265/35 R19, hinten in 285/30 R20. Hinter den Speichen schauen die Scheiben der serienmäßigen Carbon-Keramik-Bremsanlage hervor. Zu den aerodynamischen Besonderheiten gehören ein nicht zu übersehender Heckflügel und ein einstellbarer Frontsplitter.

Markteinführung im März 2016
Der M4 GTS setzt die schöne Tradition besonders scharfer Sportgeräte in der M3/M4-Reihe fort. 1988 übernahm der M3 Evolution als erster die Rolle des krassesten M3. Danach folgten der M3 Sport Evolution (1990), der M3 GT (1995), der M3 CSL (2003), der M3 GTS (2010) sowie der M3 CRT (2011). Das jüngste Modell wird nun im März 2016 zum Preis von 142.600 Euro zu kaufen sein. Damit ist es nahezu doppelt so teuer wie das vergleichbare M4-Serienmodell mit M DKG für 76.400 Euro. Trotzdem: Wer einen will, sollte schnell sein: Es wird nur 700 M4 GTS geben.

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