Sieben Billig-Winterreifen im Test

Dass es auf dem Winterreifen-Markt einige wirklich gute Möglichkeiten gibt, sicher durch die kalte Jahreszeit zu kommen, hat die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) bereits in ihrem aktuellen Winterreifen-Test für 2015/2016 gezeigt. Jetzt hat sich die Organisation ausschließlich die günstigeren Exemplare aus nahem und fernen Osten vorgenommen – mit teilweise erschreckenden Ergebnissen. Getestet wurden Reifen der Dimension 205/55 R16 auf einem VW Golf. Als Vergleich wurde ein Dunlop-Winterreifen herangezogen.

Gefährlich lange Bremswege
Konnten sich die sieben Kandidaten bei Handling- und Bremsversuchen auf schneebedeckter Fahrbahn noch relativ gut aus der Affäre ziehen, tauchten bei nasser und matschiger Fahrbahn große Schwächen auf. Bei der Vollbremsung von 100 km/h zum Stillstand benötigte der schlechteste Reifen, der Linglong R650LL, ganze elf Meter mehr Bremsweg als der Dunlop-Reifen. Besonders gefährlich: Der mit dem chinesischen Reifen ausgestattete Golf schoss beim Bremsversuch noch mit einer Restgeschwindigkeit von 41,4 km/h am bereits stehenden Dunlop-Golf vorbei. Man stelle sich das ganze in einer Kreuzungssituation vor – abenteuerlich. Aber auch die restlichen Kandidaten mit so klangvollen Namen wie Achilles, Racealone, Ovation, Kormoran, Infinity oder Champiro hinken gegenüber dem Vergleichsreifen stark hinterher.

Gesamturteil: Durchgefallen
Insgesamt lässt die GTÜ kein gutes Haar an den Billig-Reifen. Die Kritikpunkte reichen von schlechtem Gripniveau und mangelhafter Seitenführung über heftige Lastwechselreaktionen bei niedrigem Tempo bis hin zu kaum vorhandener Traktion. Auch beim Anfahren auf rutschiger Fahrbahn sind die Testkandidaten dem Dunlop-Pneu deutlich unterlegen. Unser Tipp: Bei Winterreifen nicht am falschen Ende sparen und dabei die eigene Sicherheit aufs Spiel setzen.

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