Citroën bringt den ungewöhnlichen C4 Cactus

Keine Frage: Dieses Auto wird einer der Stars auf dem Genfer Autosalon (6. bis 16. März 2014) sein. Inklusive weit auseinander gehender Meinungen zwischen ,potthässlich" und ,mutig innovativ". Gemeint ist der neue Citroën C4 Cactus.

Ungewohnte Optik
Bereits die Optik polarisiert, denn die Franzosen haben die im Herbst 2013 auf der Frankfurter IAA gezeigte Cactus-Studie fast 1:1 in die Serie umgesetzt. Die Zweiteilung der vorderen Leuchten im Stil des Nissan Juke ist bereits vom C4 Picasso bekannt, ganz neu sind die so genannten ,Airbumps". Dabei handelt es sich um Kunststoffpuffer an Flanken und Schürzen des Fahrzeugs. In ihnen befinden sich wartungsfreie Luftkapseln als Aufpralldämpfer. Französische Großstadtpiloten werden die Airbumps lieben, denn dort ist es üblich, beim Einparken mit dem eigenen Auto auf Tuchfühlung mit den anderen Parkern zu gehen. Apropos Parken: Optional gibt es für den Citroën C4 Cactus eine Rückfahrkamera und eine Einparkautomatik, bei der nur Gas und Bremse betätigt werden müssen. Die Airbumps sind übrigens in vier Farben erhältlich, für Firmenwagen sind auch individuelle Werbeausführungen möglich.

Sanfter Rebell
Mit 4,16 Meter ist der C4 Cactus exakt so lang wie sein Konzernkollege Peugeot 2008, bietet aber mit 2,60 Meter einen etwas längeren Radstand. Die Breite des Cactus beträgt 1,73 Meter, die Höhe 1,48 Meter. Zum Design sei an dieser Stelle Citroën zitiert: Mit ,fließenden Konturen" soll es ,jede Form von Aggressivität vermeiden". Im Innenraum soll ein reduziertes Ambiente Platz schaffen. Vor dem Fahrer prangt ein digitaler Bildschirm, in der Mittelkonsole regelt ein Sieben-Zoll-Touchscreen alle Funktionen, wie er von anderen Konzernmodellen bekannt ist. Eine ausgeprägte Mittelkonsole gibt es nicht, bei den Cactus-Versionen mit automatisiertem ETG-Getriebe wird der Schalthebel durch einen Wählknopf für die Fahrstufen plus Schaltpaddel am Lenkrad ersetzt.

Voll auf Diät gesetzt
Ungewöhnlich sind die an ein Sofa erinnernden Vordersitze: Hier gibt es eine durchgehende Bank, aufgrund der Konturierung der Sitze ist der Aufenthalt in der Mitte aber kaum möglich. Der Beifahrer-Airbag befindet sich im Dachhimmel und breitet sich entlang der Windschutzscheibe aus. Diverse Dekorelemente im Innenraum erinnern an Reisegepäck, darunter Spanngurte aus Leder an den Türgriffen. Stichwort Gepäck: Ins Heck passen mindestens 358 Liter, die Rückbank ist aber aus Gewichtsgründen nur einteilig umklappbar (spart sechs Kilogramm). Ebenso sind die hinteren Fenster nur ausstellbar (minus elf Kilogramm). Mit 965 Kilogramm soll der Cactus gut 200 Kilogramm unter einem normalen C4 liegen.

Kleine Aggregate
Eine weitere pfiffige Idee sind die Scheibenwaschdüsen: Sie befinden sich am äußersten Ende der Scheibenwischer und sprühen einen dünnen Strahl. Dadurch soll sich die erforderliche Menge an Flüssigkeit gegenüber klassischen Systemen um die Hälfte verringern lassen. Verringern soll sich auch der Verbrauch der Motoren. Hier gibt sich Citroën noch vage und kündigt lediglich 3,1 Liter auf 100 Kilometer respektive 82 Gramm für den kleinsten Diesel an. Der kleinste Benziner soll unter 100 Gramm kommen. Wahrscheinlich wird es sich um jene Motoren handeln, die auch im Peugeot 2008 arbeiten, also Diesel mit 92 und 115 PS sowie Benziner mit 82 und 120 PS. Aber wer weiß: Der C4 Cactus ist noch für die eine oder andere Überraschung gut.

Bildergalerie: Ganz schön mutig