VW bringt den Golf GTE mit Plug-in-Hybrid

VW-Chef Martin Winterkorn ist ein Magier. Keine Angst, wir starten jetzt nicht die ultimative Lobhudelei. Gemeint ist eher die Art, wie VW immer neue Varianten des Golf aus dem Zylinder zieht. Möglich macht es Winterkorns Zauberbaukasten namens MQB. Dieser lässt den Golf nicht zur zum Elektroauto mutieren, sondern bald auch zum Plug-in-Hybrid namens GTE. Ganz elitär ist dieses Kunststück indes nicht, Audi hat den eng verwandten A3 Sportback e-tron schon vor geraumer Zeit vorgestellt.

Alles im Angebot
Doch zurück zum Golf GTE. Stolz wie Bolle weist VW darauf hin, dass der Golf das erste Auto der Welt sei, das mit allen relevanten Antriebsarten angeboten wird: Benzin, Diesel, Erdgas, Elektro und nun eben auch als Plug-in-Hybrid. Fehlen eigentlich nur noch Wasserstoff (könnte laut VW kommen) und Wankel (ist definitiv nicht relevant genug). Apropos GTE: Da war doch mal was? In den 1980er-Jahren bot Audi den 80 als GTE an. Doch während das E damals für Einspritzung stand, bedeutet es heute Elektro-Power. Außerdem soll der Golf GTE nominell in einer Reihe mit dem GTI und dem GTD stehen. Dort, wo beim GTI die Farbe Rot dominiert, ist es beim GTE Blau, etwa im Kühlergrill, aber auch im Innenraum. Der stets viertürige GTE weist serienmäßig LED-Scheinwerfer auf, nur für ihn wurden aerodynamische Alufelgen in den Größen 16 bis 18 Zoll gestaltet.

Audis bester Kumpel
Technisch ist der VW Golf GTE eng mit dem Audi A3 Sportback e-tron verwandt. Bei beiden arbeiten ein Turbobenziner mit 150 PS und ein Elektromotor mit 102 PS zusammen. Die Systemleistung beträgt 204 PS. Unterschiede gibt es beim maximalen Drehmoment, hier bietet der VW mit 350 Newtonmeter 20 mehr als der Audi. In der Höchstgeschwindigkeit ist der Golf mit 217 km/h um fünf km/h langsamer als der A3. Gleich ist hingegen die Sprintzeit auf 100 km/h von 7,6 Sekunden. Das Sechs-Gang-DSG mit Dreifachkupplung wurde speziell für den Hybrideinsatz entwickelt. Rein elektrisch rennt der GTE maximal 130 km/h, die Reichweite beziffert VW auf maximal 50 Kilometer. Den passenden Saft zieht sich der im Getriebegehäuse untergebrachte E-Motor aus einer 120 Kilogramm schweren Batterie, maximal wiegt der GTE 1.524 Kilogramm. 8,8 Kilowattstunden Strom gehen in den Akku. Je nach Art des Ladens muss der Golf GTE zwischen 2,5 und 3,5 Stunden ans Netz gehen. Auf dem Papier wird der GTE zum Super-Geizkragen: Er soll mit durchschnittlich 1,5 Liter auf 100 Kilometer auskommen, das entspricht 35 Gramm CO2-Ausstoß. Die Gesamtreichweite des Wagens gibt VW mit maximal 939 Kilometer an. Sein Debüt gibt der VW Golf GTE auf dem Genfer Autosalon (6. bis 16. März 2014), zu den Preisen und den Marktstart hält man sich noch bedeckt. Zum Vergleich: Der Audi A3 Sportback e-tron soll rund 37.000 Euro kosten.

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