Straßenwachtbilanz 2014 existiert weiterhin

Für so manchen, der die Branche schon seit Längerem beobachtet, ist es eine Sensation: Der jahrzehntelang (schon seit 1967) als ,ADAC-Pannenstatistik" bekannte Report wird abgeschafft. Auch in Zukunft geben wird es die nun veröffentlichte ,Straßenwachtbilanz", die allerdings für Autofahrer weniger Informationswert hat, da das Ranking der Modelle fehlt.

Nach der Gelbe-Engel-Affaire bescheidener
Bislang wurde die Statistik mit dem unausgesprochenen Tenor publiziert: Lies die Pannenstatistik, und du weißt, welche Modelle verlässlich sind und welche nicht. Doch gerade diese Schlussfolgerung wurde immer wieder in Zweifel gezogen, und das nicht ganz zu Unrecht. Denn neben dem ADAC bieten zum Beispiel auch Hersteller wie BMW Pannendienste an, was das Ergebnis verzerren könnte. Offenbar auch als Konsequenz der Gelbe-Engel-Affaire – die Mitgliederabstimmung über das beliebteste Auto wurde vom Chef der Presseabteilung manipuliert – tritt der Automobilclub nun zurückhaltender auf.

Keine Modellstatistiken mehr
Vor allem fallen nun die auf einzelne Modelle heruntergebrochenen Pannenzahlen weg. Wie uns eine ADAC-Sprecherin sagte, können diese nur noch von den Mitgliedern über die vereinseigene App oder über die ADAC-Webseite abgerufen werden – zu einzelnen Modellen, aber nicht mehr als Ranking. Weiter geben wird es die Straßenwachtbilanz mit allgemeineren Resultaten, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen. So leisteten im Jahr 2014 die Pannenhelfer des ADAC 3,94 Millionen Mal Hilfe. Damit ging die Zahl der Einsätze gegenüber 2013 (4,1 Millionen) leicht zurück – laut ADAC aufgrund der milden Witterung. Arbeitsreichster Tag war für die ,Gelben Engel" der 29. Dezember 2014: Unmittelbar nach den Weihnachtsfeiertagen ging aufgrund eines bundesweiten Wintereinbruchs durchschnittlich alle 3,3 Sekunden ein Hilferuf beim ADAC ein – sicher oft aufgrund von Startproblemen.

Batterie als Sorgengenerator Nummer eins
Aber nicht nur an diesem Rekordtag war die Elektrik Ursache für Auto-Ärger. Das ganze Jahr über wurden die meisten Pannen (46 Prozent) durch Elektrik-Probleme verursacht. Bei den Einzelursachen war Sorgenkind Nummer eins die Batterie, die zu insgesamt 709.939 Hilfeleistungen führte, gefolgt von Reifen und Rädern (139.871 Fälle), der Zündanlage (134.083 Fälle) sowie Anlassern (93 887 Fälle). Auch die Befreiung im Auto eingeschlossener Kinder, Reparaturen nach Marderbiss und sogar das Flottmachen einer Diesellok gehörten zu den Herausforderungen für die 1.750 ADAC-Helfer.

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