Skandal um manipulierte VW-Motorsoftware

Am gestrigen Donnerstag, 15. Oktober, gab das Kraftfahrtbundesamt (KBA) zu Protokoll, dass in Deutschland 2,4 Millionen Autos offiziell zurückgerufen werden. Dazu werden nun weitere Details bekannt. Erstens bedeutet dieser offizielle Rückruf, dass alle Kunden die Nachbesserung durchführen lassen müssen – auch wenn sie nicht daran interessiert sind, wie viele Stickoxide aus ihrem Auspuff kommen. Ansonsten wird die Betriebserlaubnis für das Fahrzeug gestrichen.

400.000 Autos schon nicht mehr zugelassen
Zweitens wird klar: Die Differenz zu der ursprünglich von Verkehrsminister Alexander Dobrindt genannten Zahl von 2,8 Millionen kommt daher, dass 400.000 Fahrzeuge inzwischen nicht mehr zugelassen sind, so die ,Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Und noch eine neue Zahl gibt es: Europaweit müssen 8,5 Millionen Dieselfahrzeuge des Konzerns in die Werkstätten, wie VW meldet. Der Konzern beteuert erneut, dass es ausschließlich um die Diesel mit dem Kürzel EA 189 geht. Die aktuelle, seit 2012 eingesetzte Dieselgeneration EA 288 sei nicht betroffen.

Frankreich streicht Privilegien des Diesels
Wie die FAZ außerdem berichtet, will Frankreich – traditionell ein starkes Dieselland – schrittweise die Steuervergünstigungen für den Diesel streichen. Jährlich steigt die Steuer auf Diesel um einen Cent, und die auf Benzin fällt um den gleichen Betrag. In ein paar Jahren soll so die steuerliche Bevorzugung verschwinden. Der Grund ist aber weniger die VW-Affäre als die Sorge um die Luftqualität – besonders in Paris, wo wegen Smog immer wieder Fahrverbote verhängt werden. In Deutschland ist dagegen keine Abschaffung der Dieselsubventionen geplant, so Umweltbundesministerin Barbara Hendricks.

Lesen Sie auch:

Frankreich mag Diesel nicht mehr