Weltrekord mit Elektro-Kart

Preisfrage: Wenn die antike Devise ,Schneller, höher, weiter" auf modernes Marketing trifft, was kommt dabei heraus? Ein korrupter Fußballverband? Ein Doping-Festival? Vielleicht, aber mit Sicherheit auch das Weltrekordwesen. Nur ein paar Beispiele aus der letzten Zeit: der Weltrekord im Buch-Domino auf der Buchmesse, der Weltrekord im Reifenstapeln und der Weltrekord im Beschleunigen mit einem Elektrokart. Kann man das noch ernst nehmen? Egal. Der letztgenannte Rekord zeigt jedenfalls, dass Elektroautos keine Langweiler sind.

Schneller als ein Nissan GT-R
Bei Hybridfahrzeugen ist das schon länger klar. Supersportler wie der Porsche 918 Spyder, der McLaren P1 oder der Ferrari LaFerrari bezeugen es, genauso wie die im September 2014 gegründete Formel E. Aber auch reine Elektroautos können richtig schnell sein. Ein Elektro-Kart hat nun den Tempo-100-Sprint in rund 2,6 Sekunden bewältigt. Um genau zu sein: Das Wägelchen brauchte 2,635 Sekunden für den Sprint von null auf 60 Meilen pro Stunde. Zum Vergleich: Das derzeit schnellste Großserienfahrzeug mit konventionellem Antrieb, der 550 PS starke Nissan GT-R, braucht 2,7 Sekunden für den Tempo-100-Spurt.

Alter Rekord pulverisiert
Bisher lag die Bestzeit für Elektrokarts bei 3,45 Sekunden. Diesen Wert aus dem Jahr 2011 pulverisierte nun am 23. September 2015 ein Elektro-Wägelchen, das gemeinsam von dem Elektroantriebs-Spezialisten Wittenstein aus Igersheim (bei Würzburg), der Hochschule Osnabrück sowie der Akkufirma H-Tech AG aus Liechtenstein entwickelt und gebaut wurde.

Leistungsgewicht besser als bei Agera R und Co.
Das Weltrekord-Kart hat eine Maximalleistung von 179 PS, bei einem Gewicht des Karts (ohne Fahrer) von nur 175 Kilo. Das Leistungsgewicht liegt also knapp unter einem Kilo pro PS. Das ist besser als die Werte von absoluten Spitzenreitern dieser Disziplin wie Koenigsegg Agera R (1,26), Ariel Atom (1,51) oder Bugatti Veyron (1,69). Damit wird klar, wo das Erfolgsgeheimnis des Karts liegt: im niedrigen Gewicht.

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