Intrado beim Genfer Autosalon: Ausblick auf Brennstoffzellen-Auto

Hyundai hat vorgemacht, wie es geht: Als weltweit erster Hersteller hat das koranische Unternehmen mit dem ix35 Fuel Cell ein Brennstoffzellen-Auto in die Serienproduktion gebracht. Die ersten Fahrzeuge sind natürlich eher für Flottenbetreiber mit festen Routen als für Privatleute interessant: Erstens ist das Leasing teuer, zweitens ist derzeit kaum eine Tankstelle für den benötigten Wasserstoff zu finden. Etwa 30 gibt es in Deutschland, davon ist nur die Hälfte öffentlich zugänglich. Doch bis zum Jahr 2023 könnten es über 400 werden, zumindest wenn die Pläne der Initiative "H2 Mobility" aufgehen. Das ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, zu denen neben Shell, OMV und Total unter anderem auch Daimler und Linde gehören. Hyundai forscht derweil weiter an der Antriebstechnik und arbeitet daran, wie die Technik möglichst schick verpackt werden kann. Das jüngste Concept Car heißt Intrado und wird auf dem Genfer Automobilsalon (6. bis 16. März 2014) erstmals öffentlich vorgestellt.

Schreyers erstes Hyundai-Werk
Der Entwurf des Concept Cars war die erste große Aufgabe von Peter Schreyer, der vom Kia-Chefdesigner im Jahr 2013 zu einem der Präsidenten und dem Design-Oberhaupt des Kia-Mutterkonzerns Hyundai aufstieg. Der Intrado wurde in erster Linie in Hyundais europäischen Design-Zentrum in Rüsselsheim entwickelt. Der Name bezeichnet jenen Teil der Flugzeugtragfläche, die für Auftrieb sorgt.

Leicher Carbonrahmen
Die Form des Autos folgt der Notwendigkeit, dem Gegenwind möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, die schnörkellose Karosserie wurde konsequent auf Leichtbau getrimmt. Ihre Besonderheit besteht in einem leichten und stabilen Carbonrahmen, der an manchen Stellen sogar zu sehen ist, vor allem, wenn die Türen oder die Hauben geöffnet werden. Diese Konstruktion erlaubt verschiedene Materialien für die Beplankung – bei dem in Genf gezeigten Intrado bestehen die Bodypanels aus Aluminium. Neben der Gewichtseinsparung bringt diese Machart auch bei der Reparaturfreundlichkeit Pluspunkte, da sich beispielsweise ein beschädigter Kotflügel schnell austauschen lässt. Beim Innenraum und im Cockpit wurden die Diät-Pläne mit Hilfe von extra-leichten Werkstoffen ebenfalls eingehalten.

600 Kilometer Reichweite
Antrieben wird der Intrado vom weiterentwickelten Brennstoffzellen-Antriebsstrang aus dem eingangs erwähnten ix35 Fuel Cell. Der Wasserstoff-Tank kann in Minutenschnelle gefüllt werden, die Reichweite soll immerhin 600 Kilometer betragen. Aus dem Auspuff kommt wie gehabt nur Wasserdampf. Dank seines geringeren Gewichts soll sich der Intrado agiler fahren lassen als das schon serienmäßige Brennstoffzellen-Kompakt-SUV. Auch wenn das Concept Car in der gezeigten Form wohl nicht in Serie gehen wird, so zeigt es doch Designmerkmale kommender Hyundai-Modelle. Und vielleicht erinnert sich ja jemand an den Intrado, wenn er im Jahr 2023 einen Hyundai an einer der dann zahlreicheren Wasserstoff-Zapfsäulen sieht.

Genf: Hyundai Intrado