Respektables Debüt an der Wall Street

Bei wem das Geld nicht für einen Ferrari reicht, kann sich jetzt das Unternehmen kaufen. Das ist erheblich billiger, wenn man sich auf einen kleinen Teil von Ferrari beschränkt. Für runde 50 Euro kann man nämlich nun eine Aktie der Firma erwerben. Das Börsendebüt fand am gestrigen Mittwoch (21. Oktober) an der Wall Street statt.

Nur zehn Prozent von Ferrari gehen an die Börse
Das Vorhaben gelang: Nachdem schon der Ausgabepreis von 52 Dollar am oberen Ende der Zeichnungsspanne gelegen hatte, stieg die Aktie im Handelsverlauf bis auf über 60 Dollar und lag zum Börsenschluss bei 55 Dollar, was etwa 50 Euro entspricht. Das ist zwar kein rasantes Debüt, auch kein Kavalierstart, aber zumindest ein sehr respektables Ergebnis. Ferrari-Mutter Fiat Chrysler Automobiles (FCA) brachte damit nun neun Prozent – in Kürze sollen es zehn Prozent werden – des Sportwagenbauers an die Börse, weitere zehn Prozent sollen in der Ferrari-Familie bleiben und die restlichen 80 Prozent sollen die FCA-Aktionäre kaufen.

Mehr Chancen beim Fusionspoker?
Der Börsengang bringt etwa 900 Millionen Dollar ein. Daraus ergibt sich ein Wert des gesamten Unternehmens von knapp zehn Milliarden Dollar. Die Mutter FCA ist mit einem Börsenwert von 17,4 Millionen Euro (knapp 20 Millionen Dollar) etwa doppelt so viel wert. Das erfolgreiche Wall-Street-Debüt könnte auch die Suche nach einem Fusionspartner für FCA erleichtern. Dessen Chef Sergio Marchionne hatte wiederholt zu Protokoll gegeben, dass er wegen vorhandener Überkapazitäten an eine Konsolidierung in der Autobranche glaubt. Nach Zeitungsberichten hat Marchionne deshalb im Frühjahr 2015 schon mal bei General Motors nach den Chancen für eine Fusion vorgefühlt, war aber abgeblitzt.

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