Skandal um manipulierte VW-Motorsoftware

Ex-Konzernchef Martin Winterkorn beteuerte bisher immer wieder, er hätte keine Kenntnis von der Schummelsoftware bei vielen Dieselmodellen gehabt. Ob diese Behauptung stimmt, erscheint nun jedoch zweifelhaft, wie Berichte der ,Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) und des "Manager Magazin" vom gestrigen Donnerstag (22. Oktober) zeigen.

Diskussion im Vorstand schon im Jahr 2014?
Danach hat der VW-Markenvorstand das Thema bereits im Frühjahr 2014 erörtert. Konkret ging es um einen Brief der US-Umweltbehörde EPA an VW. Da Winterkorn damals nicht nur Konzernchef war, sondern auch die Marke VW führte, müsste er die fragliche Sitzung geleitet haben. Das ManagerMagazin beruft sich auf eine Protokollnotiz zu dem Treffen. Deren Existenz wird allerdings von VW abgestritten, so die FAZ.

Der EPA waren die Vorwürfe schon lange bekannt
Ganz unwahrscheinlich erscheint eine solche Diskussion jedoch nicht. Denn die EPA wusste bereits seit Mai 2014 von den Unterschieden zwischen den Emissionen auf dem Prüfstand und im realen Fahrbetrieb, wie aus einem vom September 2015 datierten, im Internet veröffentlichten Brief der Behörde an VW hervorgeht. Wie der FAZ-Bericht weiter ausführt, reagierte VW im Dezember 2014 mit einem freiwilligen Rückruf in den USA, der das Problem jedoch nicht behob. Als die EPA dies im Juli 2015 dem Autohersteller mitteilte, reagierte der allerdings nicht. Damit wartete VW, bis die Behörde den Sachverhalt im September 2015 veröffentlichte.

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