Nanoflowcell AG stellt neuen Boliden auf dem Genfer Salon vor

Im Jahr 2014 überraschte die Nanoflowcell AG aus Liechtenstein auf dem Genfer Autosalon mit einem Boliden der besonderen Art: dem Quant E. Er sollte die Nanoflowcell-Technologie vorstellen, eine Art der Energieerzeugung und -speicherung, die auch ,Flusszellenantrieb" genannt wird. Solche Flusszellen wurden bisher unter anderem als Notstromquelle für Mobilfunkstationen und als Pufferbatterie für Windkraftanlagen eingesetzt. Für die Anwendung in Elektroautos hatten die bisherigen Systeme eine zu geringe Energiedichte – mit dem Quant könnte das anders werden.

Neues Zweigang-Getriebe
Der Quant F, der auf dem diesjährigen Genfer Automobilsalon (5. bis 15. März 2015) debütiert, ist eine Weiterentwicklung des ,E". Der Viersitzer ist vollgepackt mit Innovationen, dazu zählt auch ein neu entwickeltes Zweigang-Automatikgetriebe. Und: die Stromflunder soll jetzt sagenhafte 300 km/h schnell werden. Vorangebracht wird der Quant F von vier Radnaben-Elektomotoren, die einen permanenten Allradantrieb erzeugen. Bei hohem Speed oder starken Beschleunigungen können auch nur die Hinterräder antreiben. Dazu wird die Vorderachse ausgekuppelt, die dann im Leerlauf mitläuft. Das soll die Fahrstabilität ebenso erhöhen wie ein zweistufiger Heckflügel, der bei 80 km/h ausfährt.

Ionische Flüssigkeiten in 250-Liter-Tanks
Der Antrieb erreicht nach Angaben des Herstellers kurzzeitig 1.090 PS und eine maximale Nennspannung von 735 Volt – das ist laut Nunzio La Vecchia, Entwicklungschef der Nanoflowcell AG, ein massives Plus für ein Elektroauto. Als Stromerzeuger dient die erwähnte Nanoflowcell: Statt mit Wasserstoff und Sauerstoff wie bei einer herkömmlichen Brennstoffzelle arbeitet sie mit zwei ionischen Flüssigkeiten, eine ist positiv, eine negativ geladen. Die Elektrolytflüssigkeiten befinden sich in zwei 250-Liter-Tanks im Unterbau des Sportwagens. In der Zelle werden die beiden Flüssigkeiten wie in einer normalen Nassbatterie durch eine Membran getrennt. Durch den kontrollierten Austausch der Ladungen wird Energie für den Elektroantrieb des Autos freigesetzt. Der Viersitzer schafft nun laut Hersteller mehr als 800 Kilometer Reichweite – wenn das stimmt, wäre das sensationell für ein Elektroauto.

Quant-Augen
Ein neu entwickeltes Monocoque aus Carbon mit schmalerer A-Säule verschafft der 5,25 Meter langen Limousine einen großzügigeren Innenraum. Ebenfalls neu sind die Frontlampen: In die Lichter sind Kristalle eingebaut, die von hinten beleuchtet sind und ein ,Q" projizieren, sobald die Scheinwerfer eingeschaltet werden. Da die Lichter nun wie Augen mit Pupillen wirken, werden sie ,Quant-e-Yes" (Quantaugen) genannt. Wann der Quant in Serie geht, wurde noch nicht bekannt gegeben. Die Nanoflowcell AG will den Quant jedoch vorher noch umfangreichen Crashtests in Deutschland und den USA unterziehen, um die Sicherheit der neuen Technologie zu prüfen.

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