Maserati in Genf: Alfieri gibt Ausblick auf die Sportwagen-Zukunft

Maserati zeigt einen kleinen Sportler auf dem Genfer Autosalon (6. bis 16. März 2014). Wermutstropfen: Der schicke 2+2-Sitzer namens Alfieri ist noch ein Concept Car. Seinen Namen hat der Alfieri vom prominentesten der Maserati-Brüder bekommen. Der Ingenieur gründete vor einem Jahrhundert die ,Officine Alfieri Maserati" in Bologna. Das jetzt vorgestellte Alfieri-Automobil wurde vom Maserati Centro Stile in Turin von einer kleinen Gruppe junger Designer unter der Leitung von Marco Tencone entworfen. Die ursprüngliche Idee für das Projekt stammt von Lorenzo Ramaciotti.

A6 GCS als Vorlage
Das Design des Alfieri soll an die Rennsport-Erfahrung der Marke und die GT-Tradition vom 3500 GT von 1957, dem 5000 GT von 1959 und dem Indy von 1969 erinnern. Die Idee für den Alfieri wurde im Sommer 2013 geboren, als mehrere Designer ohne Vorlage ein Concept Car für Maseratis hundertsten Geburtstag entwerfen sollten. Dabei erwies sich der 1954 von Pininfarina gezeichnete Maserati A6 GCS als wertvolle Inspirationsquelle für die Designer. Das Kürzel A6 GCS stand für ,Alfieri 6-Zylinder, Ghisa, Corsa, Sport, wobei Ghisa bedeutete, dass der Motor aus Grauguss bestand.

Spezielle Räder mit Speichen
Der Alfieri hat eine aerodynamische, schnörkellose Form, in der die einzigen dekorativen Elemente neu gestaltete Dreifach-Entlüftungsschlitze an den Kotflügeln sind. Die geschmiedeten Alu-Räder wurden speziell für den Alfieri entworfen. Sie haben einen Durchmesser von 21 Zoll hinten und 20 Zoll vorn. Ihr Design soll an die klassischen Speichenräder der 1950er-Jahre erinnern. Das Concept Car trägt einen speziellen Lack mit Liquid-Metal-Effekt. Die Radspeichen, die Bremssättel, der Kühlergrill, die Entlüftungsschlitze, der Heckdiffusor sowie die Augenbraue der Abgasendrohre sind in Maserati-Blau lackiert. Die Unterschrift von Alfieri stammt aus einem alten Maserati-Dokument und ist in die Nummernschild-Aussparung auf der Rückseite des Fahrzeugs blau eingraviert. Die Frontschürze sowie der Heckdiffusor bestehen aus Kohlefaser mit Aluminium-Inserts.

Rundinstrumente mit Digitalanzeige
Die schwebende Armaturentafel im schlichten Innenraum ist vom Maserati 5000 GT abgeleitet. Das aufgeräumte Cockpit im Zweifarbdesign weist als Besonderheit einen zentralen TFT-Bildschirm auf. Die Instrumententafel hat ein klassisches Layout mit vier Rundinstrumenten, die am Rand mit einem kleinen ,Officine Maserati"-Label verziert sind. Die Uhren haben jedoch keine klassische Analog-Anzeige, sondern besitzen TFT-Displays mit Digitalanzeige. Geschwindigkeit und Drehzahl werden durch einen Lupen-Effekt hervorgehoben.

Renn-Schalensitze
Der Fußraum ist mit einem Material ausgekleidet, das oxidierten Stahl imitiert. Das soll eine Hommage an die Rennwagen der 1950er-Jahre sein. Sitze, Armaturenbrett und Mittelkonsole sind mit naturbelassenem, griffigem Anilinleder verkleidet. Kupferapplikationen heben die wichtigsten Details hervor und bringen Retro-Elemente in das Ambiente ein. Die Vordersitze sind den Renn-Schalensitzen der 1950er-Jahre nachempfunden, haben aber eine moderne Konzeption mit teilintegrierten Kopfstützen. Das Dreispeichen-Lenkrad weist einen stark vertieften Topf auf, die ovale Uhr mit rot-blauem Zifferblatt ist von einem klassischen Chronographen inspiriert.

2,70 Meter Radstand
Der Alfieri basiert auf dem GranTurismo-MC-Stradale-Chassis, hat aber mit 2,70 Meter einen 24 Zentimeter kürzeren Radstand. Der Wagen ist 4,59 Meter lang, 1,93 Meter breit und nur 1,28 Meter hoch. Unter der Karosserie verbirgt sich die Transaxle-Plattform des GranTurismo. Der in Maranello bei Ferrari produzierte 4,7-Liter-V8-Saugmotor leistet 460 PS bei 7.000 Touren und 520 Newtonmeter bei 4.750 Umdrehungen. Dank eines speziellen Auspufflayouts soll der V8-Motor auch einen atemberaubenden Sound erzeugen. Das elektronisch gesteuerte Sechsgang-Getriebe bildet eine Einheit mit dem hinteren Sperrdifferenzial und ist mit dem Motor über ein starres Schubrohr verbunden. Das Transaxle-Layout des Alfieri sorgt für eine Gewichtsverteilung vorne/hinten von 47:53. Gebremst wird mit einer Carbon-Anlage vom GranTurismo MC Stradale. Ob der Alfieri in Serie geht, steht noch nicht fest. Zu wünschen wäre es.

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