VW leidet unter Folgen des Emissions-Schummels

Vergleicht man die Zeitungsberichte zur Ertragslage des VW-Konzerns mit der Original-Pressemitteilung aus Wolfsburg, möchte man nicht glauben, dass es um ein und dieselbe Tatsache geht. So ist gerade die wichtigste Zahl in der verschwurbelten Pressemitteilung aus Wolfsburg gar nicht enthalten, sie steht nur in der Zahlentabelle darunter: VW hat im dritten Quartal 2015 – also von Juli bis September – einen Rekordverlust von 3,5 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das Minus erklärt sich durch die 6,7 Milliarden Euro, die VW für ,die Dieselthematik" in den Wind schreiben musste – Rücklagen für Rückrufe, Schadensersatzforderungen und Strafen vor allem.

Gewinn oder Verlust im Gesamtjahr?
In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres hat der Konzern 10,2 Milliarden Euro Gewinn (vor ,der Dieselthematik") gemacht, sodass sich zumindest von Januar bis September noch ein vernünftiger Gesamtgewinn (nach ,der Dieselthematik") von 3,3 Milliarden errechnet. Ob sich für das Gesamtjahr noch ein Gewinn ergibt, lässt sich laut VW noch nicht absehen. Der Konzern rechnet aber mit einem Ergebnis deutlich unter dem von 2014. Beim Umsatz muss der Konzern bisher keinen Einbruch verzeichnen und rechnet fürs Gesamtjahr unverändert mit rund 10,2 Millionen verkauften Autos weltweit.

Börse reagiert positiv
Trotz des Verlusts im dritten Quartal kamen die Ertragszahlen an der Börse gut an. Der Kurs der Vorzugsaktien stieg von 105 Euro am Börsenbeginn bis zum späten Vormittag auf 109 Euro. Das liegt wohl daran, dass die Ergebnisrückstellungen, die für den Verlust sorgen, bereits bekannt waren. VW hatte schon im September bekannt gegeben, 6,5 Milliarden Euro zurückzulegen.

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