Rinspeed XchangE: So bequem werden wir in Zukunft reisen

Während Ingenieure mit Hochdruck daran arbeiten, dass unsere Autos von allein fahren und ihren Weg allein zum Ziel finden, macht sich der Schweizer Tüftler Frank M. Rinderknecht, wie bereits vor wenigen Wochen kurz vermeldet, ganz andere Gedanken. Denn was werden wir in Zukunft tun, wenn wir im Auto sitzen und nicht mehr selbst Gebieter über Steuer und Gaspedal sind? Vielleicht werden wir lesen, Musik hören, im Internet surfen, spielen oder Filme anschauen? Oder bei 120 km/h eine Besprechung abhalten, Dokumente bearbeiten und dabei einen Espresso schlürfen? Ja, so schön könnte die Zukunft werden.

Sessel in zwanzig Arten anordnen
Frank Rinderknecht, Chef der Firma Rinspeed, präsentiert auf dem Genfer Autosalon (6. bis 16. März 2014) seine Ideen für das Reisen im autonomen Automobil. "XchangE" heißt sein elektrisch angetriebenes Mobil, das auf einem Tesla Model S basiert. Und das soll innen ein Wohlfühlniveau wie im Wohnzimmer zu Hause bieten – nur noch sehr viel bequemer. Denn wer hat schon eine Sitzgruppe, deren Sessel verschieb-, kipp- und drehbar sind und sich somit in zwanzig verschiedenen Arten anordnen lassen?

Lenkrad in die Mitte schieben
Damit das Lenkrad nicht mehr stört, kann es einfach elektrisch in die Mitte der Armaturentafel bewegt werden. Möglich wird das durch eine elektronische Lenkung ohne mechanische Verbindung, wie sie auch in modernen Jets zum Einsatz kommt. Das Steuerrad ist aber schon für sich allein eine Schau. Es erkennt, wenn die Hände anliegen, hat eine Fahrmodus-Anzeige im Kranz und verfügt über transparente Multifunktionsschalter.

Mit Uhrenaufzieher
Im Lenkradträger findet sich zudem der laut Rinspeed ,wohl teuerste Uhrenaufzieher der Welt". Eine noble Schweizer Armbanduhr wurde hier in eine transparente Erdkugel implantiert. Steht das Auto, dreht sich die Weltkugel per Elektroantrieb und zieht dabei das mechanische Uhrwerk auf.

Displays und Monitore
Weil die Passagiere während der autonomen Fahrt nahezu jede beliebige Sitz- und Ruheposition einnehmen können, ist auch ein völlig neues Bedien- und Anzeigekonzept erforderlich. Im ,XchangE" gibt es zahlreiche Navigations-, Entertainment-, Assistenz- und Servicefunktionen, die auf insgesamt vier Bildschirmen dargestellt werden. Ein 1,20 Meter breites Displayband im Armaturenbrett vermittelt Informationen im Breitbildformat und ein 32-Zoll-Monitor im Heck verwandelt auf Wunsch den Innenraum in ein Auto-Kino der etwas anderen Art.

Feine Wolle und LED-Licht
Blau und grau gefärbte Textilien sollen zur Behaglichkeit beitragen und beruhigend wirken. Auch wurde besonderer Wert darauf gelegt, dass sich die Materialien, zu denen auch Merino-Wolle und Seide gehören, schön anfühlen. 358 individuell steuerbare LEDs im Dachhimmel und weitere 98 im Armaturen-Querträger kümmern sich um eine entsprechende Lichtperformance.

Vernetzung mit der Außenwelt
Natürlich ist der ,XchangE" auch mit der Außenwelt vernetzt, das Infotainmentsystem kommuniziert mit einer Cloud. Durch die Verknüpfung mit zahlreichen Online-Datenquellen kommen so reisespezifische Infos wie Warnmeldungen oder Routenempfehlungen ins Auto. Ein intelligentes Zugangskontrollsystem, das den oder die berechtigten Fahrer erkennt, schaltet die wesentlichen Funktionen des ,XchangE" frei.

Bereits 20 Konzeptfahrzeuge
Der ,XchangE" ist bereits das zwanzigste Konzeptfahrzeug, das Rinspeed in den vergangenen Jahren auf die Räder gestellt hat. Besondere Aufmerksamkeit erlangten der ,Advantige R One", ein Sportwagen, der mit Gemüseabfällen fährt, und ein zusammenschiebbares Cabrio namens Presto.

Genf: Der Salon im Auto