VW-Dieselskandal

Möglicherweise sind auch die V6-Diesel des VW-Konzerns von den Betrügereien bei den Abgasmessungen betroffen. Dies behauptet zumindest die US-Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency), wie zahlreiche Medien am gestrigen Montag (3. November) übereinstimmend meldeten. VW dementierte umgehend. Man habe keine Software bei den Dreiliter-V6-Dieseln installiert, um die Abgaswerte in unzulässiger Weise zu verändern.

Rund 10.000 Autos in den USA involviert
Laut der Meldung vom 2. November auf der offiziellen EPA-Website haben VW, Audi und Porsche eine Abschalteinrichtung (,defeat device") bei den 3,0-Liter-Dieseln der Modelljahre 2014 bis 2016 installiert. Die Stickoxid-Emissionen hätten bis zu neunmal über den EPA-Grenzwerten gelegen. Betroffen sind neben dem VW Touareg auch der Porsche Cayenne sowie die Audi-Modelle A6, A7, A8 und Q5. Rund 10.000 Fahrzeuge wären davon in den USA verkauft worden. ,VW hat erneut seine Verpflichtung missachtet, sich an die Gesetze zu halten, die die saubere Luft für alle Amerikaner schützen", sagte Cynthia Giles, eine führende EPA-Beamtin.

Screening führte zu neuen Ergebnissen
Am 18. September 2015 hatte die EPA über erhöhte Abgaswerte bei Fahrzeugen des VW-Konzerns mit 2,0-Liter-Diesel informiert. Seitdem untersuchen die EPA sowie die kalifornische Umweltbehörde CARB (California Air Resources Board) und die kanadischen Behörden, ob neben den bekannten Fahrzeugen auch andere – nicht nur aus dem VW-Konzern – betroffen sind. Dieses Screening führte nun zu der neuen Veröffentlichung der EPA.

Ähnliche Faktoren vom ICCT gemessen
Der Faktor neun, um den die nun festgestellten Stickoxid-Werte über den Grenzwerten liegen, liegt in der gleichen Größenordnung wie die Faktoren, die vom ICCT (International Council on Clean Transportation) in Europa gemessen wurden. Das Umweltinstitut hatte am 3. September 2016 über eine Studie an 32 verschiedenen Euro-6-Dieselmodellen berichtet. Danach lagen die realen Stickoxid-Emissionen je nach verwendeter Abgas-Nachbehandlung 2,3- bis achtmal höher als der Euro-6-Grenzwert, einmal sogar 15-mal höher. Ob dahinter eine Abschalteinrichtung steckt, wurde in der Studie nicht untersucht.

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