Alle Daten, alle Preise: Das ist der neue Mercedes GLS

Falls Sie es noch nicht bemerkt haben: Seit 2012 gibt es die aktuelle Generation des großen Mercedes-SUVs GL. Selbiges bekommt jetzt ein Facelift, womit auch eine Namensänderung einhergeht. Der Mercedes GL heißt ab sofort Mercedes GLS. Dass Daimlers siebensitziges XXL-SUV hierzulande ein wenig unter dem Radar fliegt, liegt vor allem daran, dass es ein siebensitziges XXL-SUV ist. 5,13 Meter Länge und über 1,93 Meter Breite mögen in den USA als eher klein bis normal durchgehen, in europäischen Städten sind sie jedoch eine Plage. Trotzdem scheint Mercedes ganz glücklich mit seinem praktischen Flaggschiff zu sein (in den USA ist der GL Marktführer in seinem Segment), weshalb es den Anschein hat, als wäre das zusätzliche ,S" im Namen fast schon die größte Modellpflege-Maßnahme.

Im Sinne der Familie
Ganz so ist es natürlich nicht, aber die Änderungen am Exterieur fallen doch ziemlich behutsam aus. Es gibt eine neue Front, die den GLS etwas runder und markengesichtiger macht. Und es gibt ein neues Heck (Schürzen und Rückleuchten), das genau dasselbe tut. Wem die optische Mächtigkeit des GLS noch nicht ausreicht, der wird sich vermutlich über das AMG-Paket freuen, dass andere Stoßfänger, Kotflügelverbreiterungen, Trittbretter und 21-Zoll-Räder beinhaltet.

Edler und moderner Wohnen
Innen gibt es die gleichen monumentalen Platzverhältnisse wie zuvor – drei Sitzreihen, bis zu 2.300 Liter Ladevolumen, bis zu 2,12 Meter Laderaumlänge –, allerdings sind sie etwas edler verpackt. Neue Materialien, neue Zierleisten und schickere Lederausstattungen (auf Wunsch auch zweifarbig oder mit Rautensteppung) sollen noch lauter als bisher ,Oberklasse" schreien. Wie bei den meisten anderen Mercedes-Modellen thront nun außerdem der typische Acht-Zoll-Tablet-Infotainmentscreen auf der Mittelkonsole. Auf Wunsch zeigt er alles an, was die neueste Generation des Comand-Systems mit allen möglichen Online-Funktionen so drauf hat. Cockpit-Kinkerlitzchen sind ein neues Lenkrad, ein Ionisierungssystem für bessere Luft oder die sogenannte Magic Vision Control, ,ein beheiztes, adaptives Scheibenwischsystem", falls irgendwann selbst die optionalen LED-Scheinwerfer nicht mehr den gewünschten Durchblick bringen.

Neuer Offroad-Modus
Technisch erneuert sich der Mercedes GLS vor allem durch eine Optimierung des serienmäßigen Luftfahrwerks. Die adaptiven Dämpfer reagieren jetzt noch feinfühliger und es gibt auf Wunsch eine Wankstabilisierung mit aktiven Querstabilisatoren. Der Clou: Auch die mittlerweile unverzichtbaren Fahrmodi sind jetzt an Bord. Gleich sechs Stück, um genau zu sein: ,Comfort", ,Glätte", ,Sport", ,Individual" und ,Offroad". Modus Nummer sechs nennt sich ,Offroad+" und ist an den Erwerb des optionalen Offroad-Pakets gebunden. Hier gibt es eine Geländeuntersetzung, ein Mittendifferenzial sowie mehr Kletterbonus für das Luftfahrwerk. 306 Millimeter Bodenfreiheit sollten auch für seriösere Schlamm-Orgien ausreichen.

Kein Plug-in-Hybrid
Zum Marktstart des Mercedes GLS im März 2016 werden drei Benziner und ein Diesel verfügbar sein. Einen Plug-in-Hybrid sucht man komischerweise vergebens. Einstiegsmodell ist der GLS 350 d mit dem 258-PS-V6-Diesel. Darüber rangieren der GLS 400 mit Biturbo-V6 und 333 PS sowie der GLS 500 mit 4,7-Liter-Biturbo-V8 und 455 PS. Alle verfügen über Allradantrieb und eine Neungang-Automatik. Topmodell ist und bleibt der AMG GLS 63. Sein 5,5-Liter-Biturbo-V8 leistet nun 585 PS (28 PS mehr als vorher) und 760 Newtonmeter. Über eine Siebengang-Automatik geht die Power hier an einen eher hecklastig ausgelegten Allradantrieb.

Preise nahezu unverändert
Der neue Mercedes GLS ist wie der alte Mercedes GL in Europa weitgehend konkurrenzlos. Am nächsten kommen ihm noch der Audi Q7 oder US-Exoten wie der Cadillac Escalade. An der Preisschraube dreht man in Stuttgart trotzdem nur marginal. Los geht's ab 74.792 Euro für den GLS 350 d. Der AMG GLS 63 ist ab 135.065 Euro zu haben.

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