Stärkstes Serienauto: Koenigsegg Regera auf dem Genfer Autosalon 2015

Der schwedische Sportwagenbauer Koenigsegg hat in Genf seinen ersten Hybrid-Sportler vorgestellt. Ein 5,0-Liter-Biturbo-V8 und gleich drei Elektromotoren machen den Regera (schwedisch für regieren) zum stärksten Serienfahrzeug der Welt. Christian von Koenigsegg sieht im Regera keinen klassischen Hybrid, eher eine luxuriösere Alternative zu seinem Rennstrecken-orientierten Supersportler Agera. Der Benzinmotor leistet 1.100 PS, die E-Motoren (einer für jedes Hinterrad, einer direkt an der Kurbelwelle) sind zusammen für 700 PS gut. Die Systemleistung gibt Koenigsegg mit knapp 1.800 PS und 2.000 Newtonmeter an. Der heckgetriebene Regera soll in zwölf Sekunden auf 300 km/h und in unter 20 Sekunden auf 400 km/h beschleunigen. Der Sprint von null auf 100 km/h dauert 2,7 Sekunden, der von 150 auf 250 km/h soll in irren 3,2 Sekunden erledigt sein. Die Spitzengeschwindigkeit beträgt 410 km/h und rein elektrisch fährt das Auto bis zu 50 Kilometer weit.

Batterien und viel Abtrieb
Der Regera wirkt vorne runder als der Agera, auf dessen (stark modifiziertem) Chassis er aufbaut. Gerade vorne gab es einschneidende Änderungen, schließlich mussten die Batterien irgendwo unterkommen. Auf seinem abnehmbaren Dach befindet sich eine große Lufthutze. Aus dem Heckdiffusor ragt ein von Akrapovic entwickelter Auspuff. Darüber befindet sich die Lade-Vorrichtung. Der gewaltige ausfahrbare Heckspoiler des 1.628 Kilo schweren Regera soll bei 250 km/h für 450 Kilo Abtrieb sorgen. Der Hybrid-Megasportler sitzt auf 19- und 20-Zoll-Felgen, hinter denen belüftete Keramikbremsen lauern. Ein hochgezüchtetes ESP, eine Traktionskontrolle sowie aktive Aero- und Fahrwerks-Lösungen sollen den Regera einfach zu fahren machen. Laut Koenigsegg-Manager Andreas Petre ist der Regera ,wie ein sehr schneller Tesla mit einem wunderschönen Sound."

Innovative Getriebe-Lösung
Eines der vielen Highlights am schwedischen Über-Hybrid ist das sogenannte Koenigsegg Direct Drive (KDD). Anstatt auf ein herkömmliches Getriebe setzt der Regera auf einen kleinen E-Motor an der Kurbelwelle (der auch als Starter-Motor dient) und eine hydraulische Kupplung. Mit offener Kupplung geht der Start rein elektrisch vonstatten. Bis der Benziner bei etwa 50 km/h einsteigt, schließt sich die Kupplung und der kleine E-Motor (der ganz nebenbei 160 kW leistet) hilft im unteren Drehzahlbereich aus. Die beiden E-Motoren an der Hinterachse liefern ihre Kraft ohnehin direkt an die Räder. Die Nachteile einer CVT-Automatik oder das Gewicht eines normalen Getriebes fallen weg. Die Energieverluste eines traditionellen Getriebes werden laut Koenigsegg um über 50 Prozent reduziert.

80 Stück für zwei Millionen Euro
Koenigsegg wird 80 Exemplare seines Regera bauen. Der Preis liegt bei rund zwei Millionen Euro. Neben dem Hybrid-Sportler zeigen die Schweden in Genf auch den Agera RS. Die neueste Evolutionsstufe des Agera ist noch mehr auf die Rennstrecke ausgelegt und erhält optimierte Karosserieteile, aktive Aerodynamik-Elemente sowie eine Leistungssteigerung auf 1.160 PS und 1.280 Newtonmeter.

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