Binz-Sechstürer auf Basis der gelifteten Mercedes E-Klasse

Der Hut der Kaiserin war schuld: Er passte nicht durch die Tür des für Wilhelm II. vorgesehenen Mercedes. Die Lösung ersann ein gewisser Michael Binz, der den Wagen um 30 Zentimeter verlängerte. Einige Jahre später machte sich Binz selbstständig, seine Karosseriebaufirma spezialisierte sich auf Mercedes. Bekannt sind bis heute die Binz-Umbauten zu Krankenwagen oder Bestattungsfahrzeugen. Aber auch bei verlängerten Limousinen hat die Firma ihre Finger im Spiel. Neuester Streich ist eine XXL-Version der gelifteten E-Klasse.

Mehr und viel mehr
Wieso überhaupt eine superlange E-Klasse? Schließlich baut Mercedes schon selbst Langversionen der E-Klasse (5,02 Meter, nur für China) und der S-Klasse (5,25 Meter). Trotzdem scheint es genug Bedarf für eine deutliche Schippe drauf zu geben. Hier kommt Binz ins Spiel. Zur Wahl stehen zwei E-Klasse-Varianten. Erstens die XL-Version, wenn man so will: Sie misst 5,39 Meter und richtet sich an jene, die nicht mit den ebenso langen Pullman-Versionen der S-Klasse protzen wollen, an denen Mercedes derzeit als Maybach-Ersatz arbeitet. Nummer Zwei ist die 5,98 Meter lange XXL-E-Klasse. Sie bietet drei Sitzreihen und sechs Türen, womit sie fast einen ganzen Vorstand transportieren könnte. Doch das ist nicht Ziel des Lulatsches. Stattdessen ist er als stilvolles Shuttlefahrzeug auf recht kurzen Zubringerfahrten gedacht, etwa vom Hotel zum Flughafen.

Benz statt Bus
Anders formuliert: Ist eine Mercedes V-Klasse zu profan, kommt der lange E von Binz ins Spiel. Motorenseitig setzt die Firma wohl auch mit Blick auf internationale Märkte mehrheitlich auf Benziner. Einziger Diesel ist der E 250 CDI, ansonsten stehen Otto-Aggregate vom E 250 bis zum E 400 bereit. Billig ist der Umbau nicht: Mindestens 110.000 Euro sind anzulegen, wobei dem persönlichen Geschmack bei der Inneneinrichtung kaum Grenzen gesetzt sind. Die Stretch-E-Klasse hat übrigens Tradition: Schon an der von Mercedes in den 1960er-Jahren angebotenen Lang-Heckflosse war Binz beteiligt, es folgten entsprechende Varianten des Strich-Acht und W 123. Vom W 124 lancierte Mercedes eine sechstürige Ausgabe, die 5,54 Meter lang war. Die Grundlage bildete stets das so genannte ,teilkarossierte Fahrgestell" von Mercedes, bei dem die Karossie hinter der B-Säule endete, um individuelle Aufbauten zu ermöglichen. Seit dem W 212, also der aktuellen E-Klasse, wird es von Binz hergestellt.

Gallery: E-Klasse im XXL-Format