Studie gibt Ausblick auf richtige Modellfamilie

Dass der Land Rover Discovery ein bisschen in die Jahre gekommen ist, lässt sich nicht von der Hand weisen. 2009 kam das derzeit aktuelle Modell auf den Markt, es war allerdings auch nur eine leichte Weiterentwicklung der 2004er-Ausführung. Auf der Auto Messe in New York (18. bis 27. April 2014) führt Land Rover mit der SUV-Studie ,Discovery Vision Concept" nun vor, wie eine ganz neue Familie von Discovery-Modellen aussehen könnte. Ihr erster Vertreter wird bereits 2015 auf den Markt antreten.

Siebensitzer mit flexiblem Raumangebot
Das Concept Car zeigt, wie sich der Klassiker zur Disco-Schönheit stylen lässt. Die Studie erinnert optisch an den Evoque, Merkmale wie das großflächig verglaste Heck werden vom alten Discovery übernommen. Gegenläufig öffnende Türen erlauben ein bequemes Einsteigen in den neuen Disco, B-Säulen gibt es nicht. Der Innenraum selbst ist flexibel nutzbar. Die Studie ist mit sieben Sitzen bestückt, die sich entweder flach zusammenklappen oder längs verschieben lassen – ganz bequem über den Touchscreen gesteuert.

Trittstufe und abwaschbares Leder
In den Türverkleidungen stecken praktische Reisegepäckstücke, die herausnehmbar und als Rollkoffer verwendbar sind. Zu den Besonderheiten am Heck zählen elektrische Hecktür und eine ausklappbare Trittstufe, die auch als Fahrrad- oder Skiträger dienen kann. Richtig spannend: Zahlreiche Funktionen der Landi-Studie werden mit Gesten gesteuert. So werden nicht die Türen per Wischbewegung geöffnet, sondern auch Blinker, Scheinwerfer und Bildschirme durch Hand-Schwenken bedient. Die Studie ist mit zwei Sorten des sogenannten ,Foglizzo"-Leders ausgekleidet. Es soll leicht abwaschbar, wasser- und ölabweisend sein und lässt sich laut Land Rover in Sekunden reinigen. Der reichhaltige Einsatz von Holz und Tweedstoff ist der britischen Handwerkskunst gewidmet.

Laser helfen bei schwierigen Passagen
Interessant sind vor allem aber die neuen Features, mit denen der Hersteller den Entwicklungsstand der Technik zeigt. Wenn diese feinen Helfer später einmal zum Einsatz kommen, wird der Fahrer für den Geländeausflug komplett gepampert, Offroadfahren wird (fast) zum Kinderspiel. So unterstützen Laserstrahlen beim Passieren enger Stellen: Per Strahl werden Markierungen, Symbole und Bilder auf den Boden und die Umgebung projiziert, die beim Rangieren helfen. Für eine im Wortsinne vorausschauende Fahrweise sorgt das ,Transparent Bonnet"-Head-up-Display. Dieses System eröffnet einen ungehinderten Blick auf den Boden direkt vor und unter dem Fahrzeug. Dafür werden unterhalb des Kühlergrills Kameras montiert, die ihre Bilder auf das Head-up-Display in der Windschutzscheibe liefern. Die Motorhaube (englisch: bonnet) wird damit praktisch transparent.

Display zeigt Gelände-Relief
Das ,Laser Terrain Scanning" arbeitet mit Infrarot-Laserstrahlen, die von den Nebelscheinwerfern ausgestrahlt werden. Die Laser scannen ununterbrochen den Untergrund und erzeugen auf diese Weise eine Reliefkarte, die auf dem hochauflösenden Display in der Instrumententafel erscheint. Diese Karte kann mit dem Leitsystem ,All-Terrain Coach" verbunden werden: Der Steuermann bekommt Vorschläge für den besten Fahrweg und Unterstützung bei der Durchquerung einer Passage. Außerdem kommen Laser beim Wasserstandsmesser ,Wade Aid" zum Einsatz. Hier wird die Wassertiefe schon ermittelt, bevor der Wagen Kontakt zum kühlen Nass hat. Das System ,All-Terrain Progress Control" schließlich erlaubt auch auf wechselndem Terrain ein halb-autonomes Fahren mit konstantem Tempo.

Mit Fernbedienung steuern
Interessant ist auch das so genannte ,Remote Control Drive"-System. Der Wagen kann mit einer Fernbedienung langsam manövriert werden, ohne dass jemand darin sitzt. Sinnvoll ist es beim Ankoppeln eines Anhängers oder in besonders schwierigen Geländepassagen. Zudem ist das Concept Car mit Laser-Scheinwerfer ausgerüstet, die nicht nur ein besonders helles Licht produzieren, sondern auch Objekte erkennen und automatisch abblenden. Welche der neuen Technologien wirklich in die Serienproduktion einfließen, hat Land Rover noch nicht mitgeteilt.

Styling für den Disco