BMW dreht den Hahn zu: Das ist der X5 mit Plug-in-Hybrid

Die Plug-in-Hybrid-Version des BMW X5 hat schon eine beachtliche Karriere hinter sich. Dabei kommt sie erst im Herbst 2015 auf den Markt. Es gab bereits Journalistenfahrten mit abgeklebten Erprobungsfahrzeugen und den ein oder anderen Messeauftritt im Vorserienkleid gab es ebenfalls. Nun darf BMW endlich auch offiziell Meldung machen. Der erste Plug-in-Hybrid der Kernmarke (BMW i3 und i8 werden hier gesondert behandelt) hört auf den Namen X5 xDrive40e und trotz seines horrenden Gewichts liegt der CO2-Ausstoß bei 77 Gramm pro Kilometer. Da jubelt die Chefetage. Die EU und die Marketingabteilung jubeln vermutlich auch.

Erstmals mit Praxisverbrauch
Für sein Anti-SUFF-SUV spannt BMW den bekannten 2,0-Liter-Turbo-Benziner (Vorsicht, Vierzylinder!) mit 245 PS und 350 Newtonmeter sowie einen in die Achtgang-Automatik integrierten E-Motor mit 113 PS und 250 Newtonmeter zusammen. Die maximale Systemleistung beträgt 313 PS und 450 Newtonmeter. Die Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 9,0 kWh sitzt unterhalb des Kofferraums, was selbigen ein wenig schrumpfen lässt. 510 bis 1.720 Liter schluckt der Hybrid-X5. Bei seinen konventionell betriebenen Geschwistern sind es 650 bis 1.870 Liter. Auch beim Thema Gewicht sieht ein Hybrid in der Regel nicht all zu gut aus. Hier sind es – im Vergleich zum etwa gleich starken X5 xDrive 35i – 200 Kilo Elektro-Aufschlag. Trotz seiner 2.305 Kilo beschleunigt der X5 40e in 6,8 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 210 km/h begrenzt. Im rein elektrischen Modus sind es 120 km/h und eine Reichweite von 31 Kilometer. Den Normverbrauch gibt BMW mit 3,3 Litern an. Fairerweise (und das ist wirklich ein Novum) nennen die Münchner auch einen Praxisverbrauch, der sich bei normalen Pendlerfahrten um die 6,5 Liter bewegen soll.

Voll in knapp vier Stunden
Neben dem bekannten Fahrerlebnisschalter mit den Modi Comfort, Sport und Eco Pro verfügt der X5 xDrive40e auch über eine eDrive-Taste, mit der sich festlegen lässt, wie elektrisch man unterwegs sein will. Im Modus ,Auto eDrive" wirken beide Motoren zusammen, ,Max eDrive" nutzt ausschließlich den E-Motor und ,Save" hält den Ladezustand der Batterie konstant oder erhöht ihn, wenn man sich seinen Elektro-Vorrat für einen späteren Zeitpunkt – zum Beispiel eine Stadtfahrt – aufsparen möchte. Ist der Saft doch irgendwann weg, dauert es an einer herkömmlichen Steckdose drei Stunden und 50 Minuten, bis er wieder vollständig da ist. Eine Ladestation oder die optional verfügbare BMW i Wallbox erledigen den Job in Zwei-Dreiviertel-Stunden.

Wenig Konkurrenz
Serienmäßig ist der erste BMW-Plug-in-Hybrid mit der dynamischen Dämpfer-Control, einer Hinterachsluftfederung, einer Standheizung und dem Navigationssystem Professional bereits mehr als ordentlich ausgestattet. Eine dritte Sitzreihe wird es im X5 40e aber nicht einmal gegen Aufpreis geben. Als Zeitraum für die Markteinführung nennt BMW den Herbst 2015. Preise werden erst im Sommer bekannt gegeben. Derzeit ist die Konkurrenz für den Hybrid-X5 eher rar gesät. Lexus hat den 59.950 Euro teuren RX 450h mit 299 PS im Programm und Audi lässt mit dem 373 PS starken Diesel-Plug-in-Hybrid Q7 e-tron noch bis Frühjahr 2016 auf sich warten. Unterdessen planen die Münchner schon den nächsten Hybrid-Angriff. Der massentauglichere 3er Plug-in-Hybrid soll 2016 für unter 40.000 Euro debütieren.

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