VW Golf R 400 steht als Concept Car auf der Messe in Peking

Auf der Automesse in Peking (20. bis 29. April 2014) zeigen die Wolfsburger derzeit die Studie Golf R 400. Falls sie in Serie geht, wird es der stärkste je gebaute Serien-Golf werden. Die Zahl steht dabei für die Leistung von 400 PS, die einem Derivat des Zweiliter-Rennsportmotors aus dem WRC-Polo abgefordert wird. Das sind exakt 100 PS mehr als der aktuelle Spitzen-Golf R zu bieten hat und selbst dessen 300 PS sind schon Wahnsinn in einem Serien-Kompakten. Er schafft den Sprint in 4,9 Sekunden und wird bei 250 km/h abgeregelt.

3,9 Sekunden auf Tempo 100
Doch der R 400 ist des Teufels großer Bruder: VW spricht von 3,9 Sekunden auf Tempo 100 und mindestens 280 km/h Spitze. Das Drehmoment beträgt sagenhafte 450 Newtonmeter, die zwischen 2.400 und 6.000 Umdrehungen anliegen. Die Kraft wird, wie beim derzeitigen Serien-R, via Sechsgang-DSG und Allradantrieb auf die Straße gebracht. Die technischen Helferlein stimmen ebenfalls mit denen des Golf R überein. Auch der R 400 hat beispielsweise elektronische Differenzialsperren an Vorder- und Hinterachse, die bei schneller Kurvenfahrt das kurveninnere Rad anbremsen. Zudem kann das ESP für den Einsatz auf der Rennstrecke in zwei Stufen entschärft oder ganz deaktiviert werden. Auch das Fahrwerk des Golf R, das im Vergleich zum Basis-Golf um 20 Millimeter tiefer liegt, wird für die Muskel-Studie nicht verändert. Den Kontakt zur Fahrbahn stellen 19-Zöller mit Reifen der Größe 235/35 her. Geändert wurde jedoch das Design der Felgen: Schwarze Einsätze schaufeln der verstärkten Bremsanlage Kühlluft zu.

Vier Zentimeter breiter
Um die Räder mit vergrößerter Einpresstiefe unterbringen zu können, wurden die vorderen Kotflügel neu gestaltet und wie die hinteren Seitenteile um jeweils zwei Zentimeter verbreitert. An den Seiten gibt es einen umlaufenden Splitter aus Carbon, neue Seitenschweller, eine neue Frontschürze mit größeren Lufteinlässen und Flügelelementen. In der Mitte des Hecks glänzen zwei auffällig designte Endrohre mit jeweils elf Zentimeter Durchmesser. Auch die Schürze hinten musste unters Messer und hat spezielle Radhausentlüftungen bekommen. Am Ende des Daches sitzt ein zweiteiliger Spoiler. Und wie nicht anders zu erwarten, gibt es innen Schalensitze für Fahrer- und Beifahrer, viel Alcantara, Carbonleder und Carbon. Im Fond sind Einzelsitze zu finden.

Serienbau nicht ausgeschlossen
Es bleibt die spannende Frage, ob der Monster-Golf wirklich in Serie geht. Laut eines amerikanischen Automagazins hat VW-Entwicklungsvorstand Heinz-Jakob Neußer angekündigt, dass der R 400 gebaut werden soll. Ein deutscher VW-Sprecher wollte diese Information unserer Redaktion gegenüber weder bestätigen, noch dementieren. Unwahrscheinlich ist es nicht. Allerdings würde damit auch das Wettrüsten in der Kompaktklasse in eine neue Dimension gelangen. Dass der VW-Konzern dann auf jeden Fall die Nase vorn hätte, ist unbestritten, schließlich könnte die 400-PS-Maschine auch im Audi-Boliden RS3 oder in ähnlichen Kraftbolzen bei Skoda oder Seat eingesetzt werden.

Kommt der Monster-Golf?