Nissan forscht am selbstreinigenden Auto

Autowaschen kann eine ziemlich lästige Angelegenheit sein, und eine kostspielige noch dazu. Daher forscht Nissan nun an einem Schmutz abweisenden Lack, der so gut sein soll, dass man sein Auto niemals wieder waschen muss.

Lotus-Effekt
Der Nanotechnologie-Lack wird von der US-Firma UltraTech vermarktet und unter dem Namen Ultra-Ever Dry verkauft. Nissan ist der erste Autohersteller, der die Technologie auf Autos anwendet. Der Lack hat extrem hydrophobe und oleophobe Eigenschaften, das heißt, er weist Wasser und Öl ab. Dies wird oft als Lotus-Effekt bezeichnet, weil auch an den Blättern der Lotuspflanze Wasser abperlt. Dabei nimmt das Wasser auch Schmutzpartikel mit. Auto-Pflegemittel werden häufig mit dem Schlagwort Lotus-Effekt oder Nano-Versiegelung beworben, doch teilweise ergibt sich dabei nur der Vorteil, dass die Oberflächen nach dem Auftragen leichter zu reinigen sind. Nissan verspricht sich hingegen einen selbstreinigenden Effekt. UltraTech erwähnt auf seiner Website auch eine antikorrosive Wirkung, da nicht nur Wasser sonder auch aggressive Säuren abgewiesen werden – so könnten damit behandelte Autos auch weniger rosten.

Bisher nur mit Weißschleier
Der Lack wird laut Hersteller am besten aufgesprüht, zum Beispiel mit einem Airbrush-Gerät. Dabei wird zuerst eine Grundlackierung und dann ein Finish aufgetragen. Da der Lack empfindlich gegenüber UV-Licht ist, sollen Oberflächen im Freien laut UltraTech nur für etwa ein Jahr geschützt bleiben, bevor man die Beschichtung erneuern muss. Ein weiterer Nachteil des Lacks ist laut Hersteller, dass es nur eine leicht weiße, aber noch keine ganz transparente Form gibt, sodass ein Weißschleier entstehen könnte. Aus diesem Grund empfiehlt UltraTech selbst den Lack derzeit nicht für die Anwendung auf der Karosserie.

In Erprobung als Aftermarket-Lösung
Bei einem Nissan Note hat sich die Technik bei Regen, Frost, Graupel und bei stehendem Wasser auf der Straße bisher gut bewährt, so der Autohersteller. Um die Wirksamkeit des Lacks weiter zu erkunden, wollen die Ingenieure den selbstreinigenden Note in den kommenden Monaten weiter testen. Pläne, die Technik für die Serienlackierung zu verwenden, gibt es derzeit nicht. Die Technik kommt aber als Aftermarket-Lösung in Betracht, das heißt, sie könnte Autobesitzern vom Service angeboten werden.

Infinitis Anti-Kratz-Lack
Auch die Nissan-Tocher Infiniti vertraut auf einen Wunder-Lack: Diverse Modelle werden mit einem selbstheilenden Anti-Kratz-Lack angeboten. Diesem "Scratch Shield"-Lack ist ein elastisches Harz beigemischt, das unter Wärmeeinwirkung kleine Kratzer selbsttätig ausgleichen soll. Unter gleichen Bedingungen weist ein Infiniti mit ,Scratch Shield" bis zu fünfmal weniger Kratzer auf als ein Wagen mit herkömmlicher Lackierung, so Infiniti.

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