Neue Oldtimer-Briefmarken ab Januar 2016

Böse Zungen könnten behaupten, dass Briefmarken und Oldtimerfans sich gut ergänzen. Briefe zu schreiben ist doch auch ein Zeichen von Nostalgie. Für den Privatbereich mag das in Zeiten der E-Mail zutreffen, aber im geschäftlichen Verkehr wird nach wie vor viel frankiert.

Kleb Dir einen Oldtimer!
Schon seit April 2015 gibt es zwei besondere Briefmarken im Wert von 1,45 Euro (zum Beispiel für großformatige Briefe) mit Motiven, die jedes autobegeisterte Herz höherschlagen lassen. Im Angebot sind ein roter BMW 507 und ein cremefarbener Mercedes 220 S. Damit wird an die goldene Zeit des Wirtschaftswunders erinnert. Der BMW 507 wurde von 1955 bis 1959 gebaut und war damals der unerschwingliche Traumwagen einer ganzen Generation. Zu den Besitzern eines 507 zählte unter anderem Elvis Presley während seines Wehrdienstes in Deutschland. Heute notiert der 507 im gehoben sechsstelligen Euro-Bereich, nur noch 220 fahrtüchtige Exemplare sind bekannt.

Frankier-Flosse
Etwas mehr Überlebende wird es vom Mercedes 220 S der Baujahre 1959 bis 1965 geben. Im Volksmund ist der damalige Direktorenwagen als ,Heckflosse" bekannt, weil sich hier Mercedes erstmals modischem Zierrat hingab. Die flossenähnlichen Auswüchse auf den hinteren Kotflügeln wurden offiziell etwas verschämt als ,Peilstege" dargestellt.

Neues Porto, alte Autos
Ab dem 2. Januar 2016 erhöht sich das Porto für einen Standardbrief von 62 auf 70 Cent. Für Oldtimerfreunde aber kein Grund zum Jammern, denn die Deutsche Post nutzt die Gelegenheit für zwei weitere Marken mit Automotiv. Gewürdigt werden der erste Porsche 911 Targa von 1965 und der von 1969 bis 1973 gebaute Ford Capri der ersten Generation. Letzterer war mit rund 7.000 DM Einstiegspreis zu Lebzeiten ein echter Volks-Sportler, wenngleich dann nur 50 PS unter der langen Haube saßen. Alle vier ,Auto-Marken" (weitere sind vorerst nicht geplant) wurden von Thomas Serres aus Hattingen gestaltet.

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