Aircross Concept gibt Ausblick auf Citroëns SUV-Zukunft

Citroën war immer dann am stärksten, wenn über seine Kreationen ordentlich gestritten wurde. Das Liebe-oder-Hass-Prinzip ging den Franzosen in den letzten Jahren zwar zusehens flöten, mit dem wilden C4 Cactus machte man vor kurzem aber immerhin den ersten Schritt aus der Gleichgültigkeits-Krise. Spätestens mit seinem neuesten Beitrag zum Thema ,Crossover/ Softroader/ SUV" dürfte Citroën die Diskussionskultur endgültig neu entflammen. Mit 4,58 Meter Länge und derben 2,10 Meter Breite (ein wenig Aufgepluster gehört bei einem Concept Car zum guten Ton) hüpft der Aircross mit Anlauf ins Becken des BMW X3 und des Land Rover Discovery Sport. Allerdings kann sich Citroën auf Basis seiner abgedrehten Studie wohl eine ganze Crossover-Familie vorstellen, die vom Mini-Countryman-Rivalen bis zu einem ausgewachsenen Siebensitzer-SUV reicht. In jedem Fall könnte er sowohl den C4 Aircross als auch den C-Crosser ersetzen.

Klotziger Geniestreich
Bleibt zu hoffen, dass am Ende möglichst wenig vom abgedrehten Design der Aircross-Studie gestrichen wird. Was Citroën als ,Kraft und positive Energie" beschreibt, geht nicht nur dank zweier Grills und Schlafzimmerblick-Scheinwerfern wohl eher als überraschend aggressiver Styling-Geniestreich durch. Damit der Kraftklotz nicht zu klotzig erscheint, wurde unter anderem mit einem Mini-mäßig schwebenden Dach oder silber umrandeten Fenstern (sogenannte ,Air Signs", die wohl auch aerodynamisch Sinn machen) nachgeholfen. Die streitbaren ,Airbump"-Türschoner aus dem Cactus hat man hingegen zum Teufel gejagt und sie stadtdessen ganz SUV-like durch ,Alloy Bumps" ersetzt. Eine Art Wabenstruktur-Polster aus Aluminiumschaum sitzt nun an den unteren Enden des Aircross und schützt vor allerlei Offroad-Gefahren, denen Fahrer eines solchen Autos ohnehin nie ausgesetzt sind. In einer möglichen Serienversion dürfte man sie dennoch wiedersehen. Für die massiv profilierten 22-Zoll-Räder trifft das eher nicht zu.

Schweigen ist Gold
Wenn Ihnen der Aircross bis hierhin schon etwas zu viel ist, dann blicken Sie besser nicht in den Innenraum. Dieser orientiert sich deutlich am Cactus und hat … naja, sagen wir mal … jede Menge Charakter. Citroën nennt das ,Wohlbefinden für Körper und Geist". Die vier Riesen-Sessel sehen definitiv nach Wohlbefinden aus. Sie sind weiß und orange und nehmen laut Citroën die Cactus-Idee des Sofas auf. Das dürfte der Grund sein, weshalb an ihrer Rückseite ein verwirrend bunter Webstoff lauert. Für das geistige Wohl sorgen zwei generös ausgelegte HD-Panorama-Bildschirme (einer davon ist verschiebbar), die ,kühne Farbtöne" anzeigen sowie ein besonders abgespacetes Gimmick, das die Franzosen als akustische Trennung beschreiben. Alle vier Sitze sind mit Lautsprechern und Mikrofonen ausgestattet, die mit allerhand technischer Komplexität einzelne Soundblasen kreieren. So kann jeder entscheiden, mit wem er redet oder auch nicht. Böse Zungen würden behaupten, nie war die Urlaubsfahrt mit der besseren Hälfte schöner.

Plug-in-Hybrid mit 313 PS
Apropos Urlaubsfahrt: Zwei in den Türrahmen des Citroën Aircross befindliche Webkameras machen Fotos von Ihrer Reise und übertragen sie direkt auf die großen Bildschirme. Kurz bearbeiten, Hashtag drauf und einer glänzenden Social-Media-Karriere steht nichts mehr im Wege. Ach ja, fahren kann das Aircross Concept natürlich auch. Den Antrieb übernimmt ein Plug-in-Hybrid-System aus PSAs bekanntem 1,6-Liter-Turbobenziner mit 218 PS und 275 Newtonmeter sowie einem Elektromotor mit 95 PS und 200 Newtonmeter. Letzterer sitzt an der Hinterachse und kann diese für 50 Kilometer alleine bewegen. Der Lithium-Ionen-Akku soll in 3,5 Stunden an einer herkömmlichen Steckdose aufgeladen sein. Laut Citroën schwingt der Verbrenner auf der Autobahn alleine das Zepter. Tritt man stärker ins Pedal verbinden sich die Aggregate und erzeugen eine Spitzenleistung von 313 PS. Dann soll der Aircross in ausschweifender Concept-Car-Manier bei einem Durchnschnittsverbrauch von 1,7 Liter in 4,5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Wann Citroën mit einer Serienversion des Aircross auf den Markt kommt, steht noch nicht fest. Hoffen wir, dass man sich nicht allzu viel Zeit lässt.

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