Audi A7 Sportback erhält Facelift und neue Motoren

Lang ist's her, aber früher war ein Coupé mal ein zweitüriges Auto. Spätestens mit dem Start des Mercedes CLS im Jahr 2004 kamen viertürige Coupés hinzu, und Audi führte 2010 mit dem A7 Sportback das fünftürige Coupé ein. Der 4,97 Meter lange Ingolstädter mit vier Seitentüren und einer großen Heckklappe erhält nun ein Facelift.

Zunächst drei TFSI und drei TDI
Die wichtigsten Veränderungen betreffen die Motorenpalette. Rechnet man den S7 ein, so bietet Audi zum Start drei Benziner und drei Diesel an, die Spanne reicht von 218 bis 450 PS. Neues Basismodell ist ein 2.0 TFSI mit 252 PS und einem CO2-Wert von 144 Gramm pro Kilometer, wie uns Audi-Sprecherin Silvia Saporetti verriet. Erstmals wird damit ein Vierzylinder im A7 angeboten. Er ersetzt den Sechszylinder des 2.8 FSI mit 204 PS und wird wie das alte Modell als Fronttriebler angeboten. Die Modelle mit Vorderradantrieb – neben dem 2.0 TFSI zählt dazu nur noch der Basis-Diesel 3.0 TDI ultra mit 218 PS, alle anderen haben Allradantrieb – erhalten statt der bisher eingesetzten multitronic eine neu entwickelte S tronic. Das oft kritisierte CVT-Getriebe entfällt damit nun. Auch alle anderen Varianten haben ein Doppelkupplungsgetriebe, außer dem Top-Diesel, der wie bisher mit einer Achtstufen-Tiptronic kombiniert wird.

S7 mit 30 PS mehr
Der zweite Benziner ist der 3.0 TFSI, der nun 333 statt 310 PS leistet. Einstweilen das Spitzenmodell ist der S7, dessen 4.0 TFSI nun um 30 auf 450 PS zulegt und die Zylinderabschaltung COD (Cylinder On Demand) nutzt. Die Details zum RS 7 werden laut Sprecherin Saporetti erst in den nächsten Wochen bekannt gegeben. Bisher leistete der 4.0 TFSI schon 560 PS, die neue Version könnte also an der 600-PS-Grenze schaben. Die drei Diesel im A7 tragen alle nach wie vor das Kürzel 3.0 TDI. Die 204-PS-Variante wird durch den 218 PS starken 3.0 TDI ultra ersetzt, der nur 4,7 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer verbrauchen soll. Die bisher 245 PS starke, mittlere Version hat künftig 272 PS und der Top-Diesel – wie bisher schon mit Biturbo-Aufladung gesegnet – leistet jetzt 320 statt 313 PS.

Euro-6-Diesel mit SCR-Nachbehandlung
Alle Motoren im A7 Sportback erfüllen nun die Euro-6-Norm, wobei die Diesel eine SCR-Abgas-Nachbehandlung besitzen. Der Tank für das benötigte Additiv Adblue fasst laut Sprecherin Saporetti 17 Liter. Angaben zur Reichweite, die mit einer Füllung des Adblue-Additiv-Tanks möglich ist, macht Audi nicht – dies hinge zu stark vom Fahrstil ab. Die Ingenieure von Mercedes rechnen jedoch bei der neuen C-Klasse mit einem Additiv-Verbrauch von etwa einem Liter pro 1.000 Kilometer. So könnte der Audi-Tank für 17.000 Kilometer reichen. Zum Vergleich: Der serienmäßige Adblue-Tank der C-Klasse genügt laut Hersteller nur für etwa 8.000 Kilometer, gegen Aufpreis gibt es einen Tank für eine Reichweite von 20.000 Kilometer.

Kleine optische Retuschen
Die optischen Änderungen beim A7 Sportback betreffen vor allem den Grill, die Stoßfänger, die Abgasrohre sowie die Scheinwerfer. Statt Xenon- wird jetzt LED-Technik für das Licht eingesetzt; auf Wunsch sind Matrix-LED-Scheinwerfer erhältlich. In Kombination mit den Matrix-Lampen gibt es das so genannte Blinklicht mit dynamisierter Anzeige – das sind Blinker, die sozusagen in die Fahrtrichtung ,wischen" – auch an der Front, am Heck ist es serienmäßig verbaut. Innen wurden, wie bei Facelifts üblich, Materialien und Farben verändert. Der neue A7 Sportback fährt auf Rädern von 17 bis 21 Zoll Durchmesser, einige Motorisierungen sind mit neuen Leichtbau-Bremsen ausgestattet. Audi drive select, das Äquivalent zum Fahrerlebnisschalter von BMW, sowie eine elektromechanische Servolenkung sind wie bisher schon Serie. Optional gibt es die Dynamiklenkung, zwei Sportfahrwerke und eine Luftfederung (Adaptive Air Suspension) – alles wie gehabt. Beim Infotainment neu ist vor allem, dass die Internetanbindung Audi connect nun den schnellen Datenübertragungsstandard LTE unterstützt. Bei den Assistenzsystemen wurde der Nachtsichtassistent verbessert.

Ab 51.300 Euro
Der neue Audi A7 Sportback kommt im Spätsommer 2014 zu den Händlern. Der Basispreis für den 2.0 TFSI mit 252 PS liegt bei 51.300 Euro. Den Konkurrenten BMW 5er GT gibt es ab 52.000 Euro – dafür erhält man einen 184 PS starken Diesel mit Hinterradantrieb. Der S7 Sportback ist ab 82.300 Euro erhältlich. Hier ist das BMW-Äquivalent, der 550i GT, mit 78.100 Euro etwas günstiger.

Bildergalerie: Erstmals mit Vierzylinder