Der europaweite Blitzmarathon 2015 steht an

Hinter Blitzern kann man schnell schlichtes ,Kasse machen" und die damit einhergehende Vermögensverlagerung von vollen Bürger- in leere Staatstaschen vermuten. Schwer abzustreiten ist aber, dass im Jahr 2014 laut ADAC auf deutschen Straßen etwa 3.350 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen sind und die mit Abstand häufigste Ursache dafür überhöhte Geschwindigkeit ist. Aus diesem Grund müssen sich zum dritten Mal seit 2013 Auto- und Motorradfahrer auf verstärkte Tempokontrollen einstellen. Die Aktion findet am 16. und 17. April 2015 (in Bayern sogar vom 16. bis zum 23. April) statt.

13.000 Polizisten und zirka 7.000 Messstellen
Ziel des sogenannten Blitzmarathons ist es, das Bewusstsein von Verkehrsteilnehmern auf die Gefahren der Raserei aufmerksam zu machen. Bei der Aktion kontrollieren deshalb ab sechs Uhr morgens mindestens 13.000 Polizisten an zirka 7.000 Messstellen die Geschwindigkeit. Geblitzt wird mit festen Anlagen, mobilen Geräten oder Laserpistolen sowohl in Wohngebieten als auch auf Landstraßen und Autobahnen. Vorab gibt die jeweils zuständige Behörde jedoch bekannt, wo die Kontrollen stattfinden werden. Beim letzten Blitzmarathon im September 2014 wurden rund drei Millionen Verkehrsteilnehmer kontrolliert und trotz der Ankündigung sind etwa 93.000 von ihnen zur Kasse gebeten worden.

Umstrittene Maßnahme
Trotz der eigentlich guten Absichten ist der Blitzmarathon eine umstrittene Maßnahme. Vor allem verschiedene Automobilclubs gehen mit der Aktion heftig in die Kritik. So soll laut Mobil e.V. in den letzten Jahren hauptsächlich an Stellen geblitzt worden sein, die hohe Einnahmen zur Folge haben und nur zweitrangig der Sicherheit dienen. Ähnlich sehen das auch die deutschen Autofahrer: In einer Onlineumfrage des Vereins, bei der über 4.000 Personen teilgenommen haben, glauben 97 Prozent der Befragten, dass es bei Radarkontrollen nicht nur um Sicherheit geht. 94 Prozent der Befragten wollen Radarkontrollen sogar unterbinden, wenn es offensichtlich nur darum geht, Geld zu verdienen.

Ausweitung der Aktion auf Nachbarländer
Nichtsdestotrotz macht die umstrittene Maßnahme Schule: Erst nahmen nur einige deutsche Bundesländer teil, jetzt wollen sich erstmals auch 21 weitere europäische Staaten an der Blitzaktion beteiligen. Da aber die Kontrolldichte in Belgien, den Niederlanden, Frankreich sowie in Österreich, der Schweiz oder Italien ohnehin sehr hoch ist, sollte in diesen Ländern bei Tempoverstößen generell mit hohen Geldbußen gerechnet werden.

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