Neuer VW-Bus T6 startet wieder als Transporter, Caravelle, Multivan und California

Am Abend des 15. April 2015 stellte Volkswagen Nutzfahrzeuge in Amsterdam die nunmehr sechste Generation des Transporters vor, den T6. Warum ausgerechnet in Amsterdam, mag sich der eine oder andere fragen. Nun, vor genau 65 Jahren wurde die Nummer Eins des mittlerweile zwölf Millionen mal verkauften Nutz- und Freizeitfahrzeugs auf den Markt gebracht. Und Ideengeber für den seinerzeit genialen T1 war der holländische Volkswagen-Importeur Ben Pon.

Ein Niederländer als Ideengeber
Pon besichtigte das VW-Werk in Wolfsburg, wo seit 1947 der Käfer produziert wurde. Dort sah er die motorisierten Karren, die für den Transport von Material sorgten. Sofort fertigte er eine Skizze an, um den VW-Leuten klar zu machen, wie er sich einen erschwinglichen Lastenesel auf Käfer-Basis vorstellte. Die Mannen von VW überarbeiteten die Entwürfe und 1950 war es soweit: Der Volkswagen Transporter T1 lief vom Band.

Weltpremiere des VW T6
Seinerzeit konnte wohl niemand ahnen, welche Erfolgsgeschichte sich in den nächsten 65 Jahren entwickeln würde. Und nun hat Volkswagen Nutzfahrzeuge Amsterdam als passenden Ort auserkoren, um die Nummer Sechs, den VW T6 als Weltpremiere zu präsentieren. Wir waren für Sie vor Ort.

Alles neu macht der April
Dr. Eckhard Scholz, Vorsitzender des Markenvorstands meinte zur T-Baureihe: ,Das Geheimnis des Erfolgs liegt darin, dass wir für jeden Kunden die richtige Lösung haben." So gibt es lange und kurze Radstände, ein Normal-, ein Hoch- oder gar kein Dach und vieles mehr. Entwicklungsvorstand Hans-Joachim Rothenpieler ergänzte: ,Und wir haben das Launchmodell `Generation SIX`, ein Multivan mit exklusiver Ausstattung, sogar mit Zweifarbenlackierung, so wie seinerzeit beim Samba-Bus." Und darauf sind Scholz und Rothenpieler besonders stolz: ,Zukunft braucht Herkunft." Im folgenden nun alle Details zum neuen T6.

Gewohnte Maße, gewohnte Optik
Optisch hat sich auf den ersten Blick wenig verändert – bei einem Erfolgsmodell gibt es eben kaum Anlass dazu. Auch bei den Außenabmessungen bleibt sich der Wagen treu. Je nach gewähltem Radstand ist der Transporter 4,89 oder 5,29 Meter lang – das sind exakt die gleichen Werte wie bisher. Vier Fahrwerkshöhen (Standard, zwei Zentimeter tiefer, vier Zentimeter tiefer und drei Zentimeter höher) werden angeboten, dazu kommen Standarddach, Mittelhochdach und Hochdach. Die Ladevolumen liegen zwischen 3.500 und 9.300 Liter. Die Modellvielfalt ist höher denn je: Mit den verschiedenen Motorisierungen ergeben sich über 500 Varianten, zudem gibt es jetzt 17 statt elf Außenfarben.

Neuer Nutzfahrzeug-Diesel
Apropos Motorisierungen: Das Programm umfasst nach wie vor einen 2.0 TDI und einen 2.0 TSI. Der Diesel ist jedoch nicht das aus vielen Pkw-Modellen bekannte Aggregat, sondern ein völlig neuer Antrieb mit der Bezeichnung ,EA288 Nutz", der speziell auf den harten Nutzfahrzeug-Alltag ausgelegt ist. Angeboten werden die Stufen 84, 102, 150 und 204 PS, wobei die Topversion zwei Turbos hat. Im Mittel hat sich der Verbrauch um einen Liter verringert. Besonders sparsam ist die (tiefergelegte, gewichtsreduzierte und rollwiderstandsreduzierte) Bluemotion-Variante mit 102 PS, die mit 5,5 Liter je 100 Kilometer auskommen soll.

Adblue-Nachkippen nicht vergessen!
Um die Euro-6-Norm einzuhalten, wird bei allen Dieseln ein Adblue-System eingesetzt, wobei der 13-Liter-Additivtank für rund 7.000 Kilometer reichen soll. VW kalkuliert hier mit einem Verbrauch von 1,8 Liter je 1.000 Kilometer. Das ist wohl eher hoch gegriffen, denn bei Mercedes nannte man uns einen Wert von etwa einem Liter je 1.000 Kilometer. So oder so müssen Vielfahrer wohl mehrmals im Jahr nachfüllen.

Bekannter Benziner
Der Benziner mit der Bezeichnung EA888 ist aus dem Vorgänger bekannt. Es gibt ihn mit 150 oder 204 PS. Je nach Leistung werden die Motoren mit einer Fünf- oder Sechsgang-Schaltung oder einem Siebengang-DSG gekoppelt. Viele Versionen können statt mit dem serienmäßigen Frontantrieb auch mit Allradsystem bestellt werden. Alle Varianten verfügen serienmäßig über eine Start-Stopp-Automatik.

Technik-Aufrüstung
Ansonsten kommt nun auch der VW-Bus in den Genuss moderner Elektronik. So gibt es jetzt gegen Aufpreis adaptive Dämpfer (DCC), die sich dreistufig einstellen lassen. Optional sind auch das Antikollisionsprogramm Front Assist, ein Abstandstempomat und eine City-Notbremsfunktion erhältlich. Ebenfalls gegen Aufpreis übernimmt der kameragesteuerte Light Assist das Auf- und Abblenden der Scheinwerfer. Auch Müdigkeitserkennung und Rückfahrkamera sind verfügbar, und für die 4Motion-Fahrzeuge ein Bergabfahrassistent. Zudem werden eine Frontscheibenheizung und LED-Scheinwerfer angeboten. Außerdem zieht eine neue Infotainment-Generation ein. Das 6,3-Zoll-Display des gehobenen ,Composition Media"-Systems unterstützt Gestensteuerung und kann um ein Navigationsmodul oder auch eine App-Unterstützung ergänzt werden.

Multivan mit Drehsitzen
Die Freizeitversion Multivan hat in der zweiten Reihe je nach Variante ein oder zwei drehbare Einzelsitze. Zum Drehen ist es dabei nicht nötig, den Sitz auszubauen. Herausnehmen lassen sich die Möbel allerdings auch, wenn ganz viel Platz gebraucht wird. In der dritten Reihe gibt es serienmäßig eine Dreier-Sitzbank, die optional gegen Einzelsitze getauscht werden kann. In der Preisliste steht auch eine rollengelagerte Liegesitzbank, die sich im Ganzen verschieben und durch Flachlegen der Lehne zur Liege umfunktionieren lässt. Die Basisversion – sie heißt nun Trendline statt Startline – hat nach wie vor stets eine Schiebetür im Fond, bei Comfortline lässt sich eine zweite dazuordern und die Topversion Highline hat zwei Schiebetüren, die sich elektrisch öffnen und schließen. Auch die Heckklappe kann optional elektrisch bedient werden.

Luxuriöses Sondermodell zum Marktstart
Zur Markteinführung bietet VW das luxuriös ausgestattete Sondermodell Generation Six an. Es basiert auf dem Multivan Comfortline und besitzt zusätzlich LED-Scheinwerfer, Nebelscheinwerfer und ein Chrompaket. Optional sind Zweifarblackierungen sowie 18-Zoll-Alufelgen im Retrodesign erhältlich. Parkpiepser vorne und hinten, Totwinkelwarner, Abstandstempomat sowie das Composition-Media-System sind Serie, genau wie Alcantara-Sitzbezüge, Sitzheizung und Klimaautomatik. Ob Sonder- oder Serienmodell: Zu Preisen und Datum des Marktstarts macht VW noch keine Angaben. Bisher kostete der günstigste Multivan, ausgerüstet mit einem 84-PS-Diesel, 32.284 Euro.

Lesen Sie auch:

Bildergalerie: Das ist der neue VW-Bus