Mittelmotor-Renner ATS 2500 GT gibt irres Comeback

Man kennt diese Geschichten. Autofans haben sie schon eintausendmal gehört: Junger, reicher Typ mit zu viel Benzin im Blut erwirbt Namensrechte an total abgewrackter, in Schwarzweiß-Bild-Zeiten mal glorreicher Sportwagenmarke und versucht ein Comeback. Dazu baut er einen neuen, viel zu ambitionierten Sportwagen, dessen Datenblatt einem die Tränen in die Augen treibt, der aber natürlich niemals mehr als die Hallen einer semi-wichtigen Automesse sieht. Im Falle des hier gezeigten ATS 2500 GT ist der Fall jedoch ein wenig anders. Denn die italienische Sportwagenmanufaktur A.T.S. existierte lediglich von 1962 bis 1964 und war alles, nur nicht glorreich.

Kurze Geschichte
Das bei Bologna ansässige A.T.S. (Automobili Turismo e Sport) erwuchs aus einem handfesten Streit zwischen Enzo Ferrari und sechs seiner Mitarbeiter, die daraufhin gefeuert wurden und kurzerhand ein eigenes Unternehmen gründeten. Mit dem Ziel, Ferrari auf Straße und Strecke schön eins auszuwischen, wurde der 2500 GT entwickelt. Er war der erste Straßenwagen mit Mittelmotor, wurde allerdings nur etwa neun bis 15 Mal gebaut (je nach Quelle; Das neu gegründete ATS spricht von 15 Exemplaren). Auch ein Formel-1-Engagement im Jahr 1963 verlief eher suboptimal. Warum Daniele Maritan (in diesem Fall wäre das der junge, reiche Typ) ATS wieder aufleben lässt, weiß wohl nur er selbst. Auf die Kraft einer heldenhaft mystifizierbaren Vergangenheit kann er jedenfalls nicht setzen.

V8 mit 640 PS
Immerhin ist auf das Datenblatt seines neuen ATS 2500 GT Verlass: Die superleichte Mittelmotor-Flunder, die auf der Top Marques Monaco (16. bis 19. April 2015) debütierte, spannt eine Carbon-Karosse über ein Kohlefaser-Monocoque mit stählernen Hilfsrahmen und soll nur 950 Kilo wiegen. Für die Tränen in den Augen sorgt ein nicht näher spezifizierter 90-Grad-V8-Saugmotor, der 640 PS leisten und bis 10.000 Touren drehen soll. Der Antrieb erfolgt über ein sequentielles Sechsgang-Getriebe an die Hinterräder, ein Sperrdifferenzial bemüht sich darum, die Reifen zumindest ein bisschen länger leben zu lassen. Den Sprint auf 100 km/h soll der ATS 2500 GT in 2,9 Sekunden erledigen, maximal sollen über 340 km/h möglich sein.

Wie lange geht s diesmal gut?
Den wilden Ritt in die Moderne unternimmt der ATS auf 18- und 19-Zoll-Rädern. Gebremst wird mit 360-Millimeter-Scheiben und Sechs-Kolben-Sätteln. Ein ABS, ESP oder andere Dinge, die einen vor Leitplanken, Bäumen et cetera bewahren, gibt es nicht. ,Gibt es nicht" gilt auch für Aussagen zu Preisen, geplanten Stückzahlen oder einem Erscheinungstermin. Mal sehen, wie lange das neue ATS durchhält. Design und technische Daten lassen hoffen, dass es diesmal etwas länger gutgeht.

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