Genesis-Viertürer startet im August 2014 in Deutschland

Mit der Genesis-Limousine bringt Hyundai in Deutschland wieder einen luxuriösen Viertürer an den Start. Das ist mutig, denn während Kleinwagen und Kompaktautos des koreanischen Herstellers sich wie warme Semmeln verkaufen, war die obere Mittelklasse bei uns kaum unters Volk zu bringen. Der letzte Vertreter dieser Art war der recht glücklose Grandeur, der sich im Jahr 2011 aus Europa verabschiedete. Nun soll die neue Genesis-Limousine Geschäftsleute und betuchte Privatkunden zu Hyundai-Händlern locken. Dass der Name Genesis vertraut klingt, liegt daran, dass es von 2008 bis 2012 schon mal ein gleichnamiges Coupé bei uns gab. Der Viertürer wird ebenfalls seit 2008 gebaut, aber erst die brandneue Generation kommt nun auch zu uns. Die Markteinführung der Limousine erfolgt im August 2014.

3,8-Liter-V6 mit 315 PS
Das Auto ist 4,99 Meter lang und passt damit genau in die Lücke zwischen oberer Mittelklasse und Oberklasse. Mit einem Komplettpreis von 65.000 Euro ist es aber in der kleineren der beiden Ligen zu Hause. Für Vortrieb sorgt zum Marktstart ausschließlich ein 3,8-Liter-V6-Otto mit 315 PS. Der Benziner liefert ein maximales Drehmoment von beachtlichen 397 Newtonmeter, 90 Prozent dieser Kraft sollen schon bei 2.000 Touren anliegen. Doch obwohl die Maschine mit modernen Technologien wie einer Direkteinspritzung, einer variablen Ventilsteuerung und einem variablen Ansaugsystem ausgerüstet ist, beziffert Hyundai den Durchschnitts-Durst mit 11,6 Liter. Das erscheint selbst für eine so große Limousine viel. Die Fahrwerte sind für diese Motorisierung aber auf einem normalen Level: Die Hunderter-Marke knackt der Genesis nach 6,8 Sekunden, die Spitze wird bei 240 km/h abgeregelt.

Achtstufen-Automatik und Allradantrieb
Die Power wird per Achtstufen-Automatik auf einen variablen Allradantrieb geschickt, der per elektronisch gesteuerten Verteilergetriebe mit Mehrscheibenkupplung und aktiver Drehmomentkontrolle agiert. Bei normaler Fahrt liegt die Kraftverteilung bei 40 zu 60 Prozent, wenn eine Achse an Traktion verliert, können auch jeweils 100 Prozent nach vorne oder hinten gelangen. Wie in Autos dieser Klasse mittlerweile üblich, hat der Genesis ein adaptives Fahrwerk mit einstellbaren Dämpfern. Es ist mit einem Setup-System verknüpft, das auch die Schärfe der Gasannahme, die Schaltpunkte des Getriebes und die Einstellung der Lenkkraft modifiziert. Alle Parameter können mit einem einzigen Knopfdruck in den Modi ,Normal", ,Eco" und ,Sport" verändert werden.

Zuzieh-Hilfen und Umfeldbeleuchtung
Besonders stolz ist man bei Hyundai auf die umfangreiche Serienausstattung des eleganten Automobils. So werden die Türen mit Hilfe von Elektromotoren sanft in die Schlösser gezogen. Die Heckklappe öffnet elektrisch, wenn man sich mit dem Schlüssel länger als drei Sekunden unmittelbar hinter dem Auto aufhält. Bei Dunkelheit leuchten nicht nur Lampen aus den Türgriffen, es gibt auch noch eine nette Spielerei: Eine Umfeldbeleuchtung in den Außenspiegeln projiziert Schriftzug und Logo des Top-Modells auf den Boden an den Vordertüren.

Leder, Chrom und Alu
Wie nicht anders erwartet, ist der Innenraum von Feinsten eingeräumt. Zu den Annehmlichkeiten gehört ein großes Panorama-Hub-/Schiebedach. Die Sitze sind mit Nappaleder bezogen und beheiz- sowie kühlbar. Offenporiges Echtholz aus Esche oder Walnuss ziert Armaturentafel und Türinnenseiten, die Schalter und Tasten werden mit Chrom oder Alu verfeinert. Dachhimmel, Dachsäulen, Türinnenverkleidungen sowie Mittelarmlehnen und Mittelkonsole sind auch mit Leder bezogen.

Head-up-Display und Navi ab Werk dabei
Ebenfalls ab Werk montiert werden ein Schlüssellos-System fürs Öffnen und Starten, eine Lexicon-Soundanlage mit 17 Lautsprechern, eine Dreizonen-Klimaautomatik, Sonnenrollos im Fond sowie eine Memory-Funktion für die Einstellung von Sitzen, Lenkrad und Außenspiegeln. Selbst ein Head-up-Display ist im Preis inbegriffen, übrigens genauso wie ein Navigationssystem mit großem Touchscreen. Und ohne Aufpreis gibt's auch einen Totwinkel-, einen Fernlicht- und einen Spurhalteassistenten. Ein automatischen Einparkhelfer rangiert die Limousine rückwärts sowohl in Quer-, als auch in Längsparklücken, der Fahrer muss lediglich Gas geben und bremsen, das Lenken übernimmt das Auto.

CO2-Sensor misst Luftqualität
Neben einer Rückfahrkamera hilft ein Querverkehr-Warner beim Zurücksetzen aus einer Parklücke. Im Display in der Mittelkonsole ist zu sehen, ob von links oder rechts ein Fahrzeug kommt. Außerdem an Bord: das Around-View System. Es zeigt den Wagen aus der Vogelperspektive. Dazu werden die Aufnahmen diverser Kameras und Sensoren zu einem virtuellen Bild zusammengesetzt. Erstmals bei einem Hyundai wird ein Notbremsassistent eingebaut, der mit einem Abstandstempomaten zusammenarbeitet: Bremst der Vordermann plötzlich und es droht ein Auffahrunfall, steigt das Auto von allein voll in die Eisen. Beim Stoppen helfen Vierkolben-Festsättel an der Vorderachse. Zu den weiteren Sicherheitsfeatures gehören neun Airbags und Gurtstraffer, die schon vor einer drohenden Kollision anziehen. Als Weltneuheit bezeichnet Hyundai einen CO2-Sensor: Er misst kontinuierlich den Kohlendioxidgehalt in der Innenraumluft, damit der Fahrer nicht durch eine zu hohe CO2-Konzentration müde wird. Bei niedrigem Sauerstoffgehalt wird automatisch Frischluft in den Innenraum gepustet.

Fünf Jahre Wartung frei
Für die Genesis-Limousine gewährt Hyundai fünf Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung. Für den gleichen Zeitraum werden auch die Kosten für die Wartung übernommen. Eine Aufpreisliste gibt es übrigens nicht – der genannte Wert von 65.000 Euro lässt sich nicht mehr toppen. Dennoch ist nicht zu erwarten, dass der Genesis bei uns in hohen Stückzahlen verkauft wird. Bekanntlich ist die obere Mittelklasse fest in der Hand der deutschen Platzhische Audi A6, BMW 5er und Mercedes E-Klasse. Mit einem durchschlagenden Erfolg rechnet Hyundai selbst nicht: Den Wagen wird es nur bei ausgewählten Händlern geben.

Lesen Sie auch:

Gallery: Hyundai bringt Luxus-Limo