Heißes Cabrio-Unikat: Wir fahren das Schaustück

Der Dreh am Zündschlüssel schaltet die Musik vom Auspuff ein. Bassig brabbelt er vor sich hin. Ich streichele das Gaspedal mit dem rechten Fuß, die Lautstärke schwillt sofort an, der Sound wird tiefer und kerniger. Es ist erstaunlich, welch herrlich raue Töne man doch mit zwei Endrohren aus einem Einliter-Maschinchen holen kann. Ich will ,Gefällt mir!" klicken, aber natürlich gibt es in dem zur Hälfte Facebook-blau lackierten Skoda keinen Button dafür.

Erstmals am Wörthersee gezeigt
Das Auto heißt CitiJet, es ist ein Einzelstück auf Basis des Skoda Citigo, das Lehrlinge auf die 16-Zöller gestellt haben. Präsentiert wurde der auffällige Kleinstwagen erstmals zum GTI-Treffen Ende Mai 2014 am Wörthersee. Nun bin ich damit auf einem abgesperrten Gelände in der Nähe von Prag unterwegs. Eine Straßenzulassung hat der Kleine nämlich ebenso wenig wie ein Dach. Das verschwand im Zuge des Umbaus, ein breiter Bügel aus Stahlblech sorgt für die notwendige Stabilität. Ein Verdeck gibt's allerdings nicht, sodass mein erster Ausflug in einer Regenpause stattfinden muss.

300-Watt-Musikanlage
Der von den Azubis selbst gebaute Auspuff ist übrigens nicht das einzige Teil, das schon von weitem mit irrem Sound von der Ankunft des CitiJet kündet. Um noch mehr Beschallung der Außenwelt kümmert sich eine 300-Watt-Musikanlage, die im Fond mit sechs Lautsprechern wummert. Deswegen mussten Rücksitze und Kofferraum weichen. Ein großer Heckflügel überspannt das hintere Ende des knackigen Flitzers und zeugt davon, dass eine sportliche Optik nach wie vor beliebt ist.

16 Azubis am Projekt beteiligt
Offiziell heißt das Projekt ,Azubi Car", mit dem Berufsschüler der Skoda-Ausbildungsstätte am tschechischen Stammsitz Mlada Boleslav ihre Ideen umsetzen sollten. Ein halbes Jahr lang haben sich 16 Auszubildende – vierzehn Jungs und zwei Mädels – einen Kopf gemacht, wie ihr Traumwagen aussehen könnte. Natürlich hatten Skoda-Chefdesigner Jozef Kaban und sein Team wachsame Augen auf das Tun der Berufsstarter.

Farbkontraste und breite Spur
Im Ergebnis zeigt sich, dass die Generation Smartphone nicht nur was auf die Ohren will, sondern auch auf Farbkontraste steht. Der Zweitürer ist wie erwähnt auf einer Seite blau, auf der anderen weiß lackiert. Dazu sind die Felgen jeweils gegensätzlich in Weiß und Blau gefärbt. Die Räder stecken auf Distanzstücken, das verschafft dem Kleinen einen selbstbewussten Antritt.

Rote Akzente im Innenraum
Die Innenausstattung stammt vom Citigo-Sondermodell ,Sport". Dazu gehören ein rot vernähtes Lederlenkrad mit unten abgeflachtem Kranz sowie Ledermäntel an Handbremsgriff und Schaltknauf. Sitzbezüge und Fußmatten sind in einem auffälligen rot-schwarzen Stoffdesign gehalten, die Instrumententafel ist weiß-rot lackiert. Und noch eines ist deutlich sichtbar: Die Skoda-Fachleute von morgen mögen Licht: LEDs in den Fußräumen leuchten im Takt der Musik. Außen gibt es blau leuchtende Nebellampen vorn, außerdem strahlen blaue Lampen unter den Schwellern den Boden an.

Serienfertigung ist nicht geplant
Unser Ausflug mit dem Azubi-Car zeigt, dass Skoda ein bezahlbares, spritziges Cabrio auf Basis des Citigo nicht schlecht zu Gesicht stünde. Da stellt sich natürlich sofort die Frage, ob das Skoda-Management mehr aus den Lehrlings-Ideen macht und vielleicht ein Spaßmobil dieser Art bringen will. Skoda-Sprecher Andreas Gottwald sagte uns jedoch, dass das nicht geplant ist, der CitiJet wird ein Einzelstück bleiben. Als Showcar soll er bei Events und Messen zeigen, was die Skoda-Azubis drauf haben. Die haben im Moment übrigens wieder ein neues Gefährt in Arbeit. Im kommenden Jahr soll es präsentiert werden – und bis dahin dürfen wir gespannt bleiben, was es ist.

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