Statt eines M7 gibt es einen V12-Hubraumgiganten

Ohne Zwölfzylinder ist die 7er-Reihe nicht komplett: Schließlich war es die Marke BMW, die 1987 den ersten Nachkriegs-V12 im 750i brachte. Außerdem verlangen wichtige Märkte wie China solch einen Übermotor. Gleichzeitig gab es immer öfter Stimmen, die einen M7 als Antwort auf die AMG-S-Klasse von Mercedes und den Audi S8 fordern. Jetzt werden beide Fraktionen erhört. Und zwar mit einem ellenlangen Modellnamen, der beide Ansprüche in sich vereint: BMW M760Li xDrive. Er wird erstmals auf dem Genfer Autosalon vom 3. bis zum 13. März 2016 gezeigt.

6,6 Liter: Monster-V12 mit Turbo
Damit wird klar: Den Ober-7er gibt es nur als 5,24 Meter messende Langversion und ausschließlich mit Allrad. Er ist auch nötig, denn BMW kontert die 605 PS des Audi S8 plus und die 630 PS des Mercedes-AMG S 65 L mit einem wahren Hubraumgiganten. Wies der alte V12 im 760i sechs Liter und 544 PS auf, so kommt nun erstmals der sogenannte ,M Performance TwinPower Turbo"-Zwölfzylinder zum Einsatz. Er ist ein Verwandter der bei Rolls-Royce eingesetzten Motoren. Sein gewaltiger Hubraum von 6,6 Liter sorgt für 600 PS Leistung und ein maximales Drehmoment von 800 Newtonmeter bei 1.500 Touren. Noch beeindruckender ist die Beschleunigung von 3,9 Sekunden für ein gut zwei Tonnen schweres Auto. Damit unterbietet der M760Li xDrive den S 65 um 0,4 Sekunden. Wie gewohnt wird bei 250 km/h abgeregelt. Wer das optionale ,M Drivers Package" wählt, muss erst bei 305 km/h die Segel streichen. Interessantes Detail: Mit Blick auf den bis 330 km/h reichenden Tacho spricht BMW vom ,Leistungspotenzial" des M760Li xDrive. Theoretisch dürfte also noch mehr drin sein.

Scharfe Lenkung, klingende Abgasanlage
Um die Kraftübertragung kümmert sich ein Achtgang-Steptronic-Sportgetriebe, ein Ableger der Achtgang-Automatik. Hier erfolgen die Gangwechsel laut BMW sportlicher, über den gesamten Drehzahlbereich ist die Rückschaltspontanität höher. Geblieben ist die von den Navigationsdaten unterstützte Schaltstrategie. Serienmäßig an Bord sind außerdem ein Fahrwerkssystem mit aktiver Wankstabilisierung und ein heckbetonter Allradantrieb. Dazu gesellt sich eine Integral-Aktivlenkung. Sie passt den Lenkwinkel der Räder an der mitlenkenden Hinterachse abhängig von der Fahrsituation an. Ein Stauassistent ermöglicht teilautonome Fahrfunktionen, ebenso der Lenk- und Spurführungsassistent. Für ,emotionalen V12-Sound" (O-Ton BMW) sorgt die M-Sportabgasanlage mit Klappensteuerung.

Starke M-Optik
Äußerlich tritt der BMW M760Li xDrive durchaus wie ein M7 auf. Dafür sorgen das M -Aerodynamikpaket mit vergrößerten Lufteinlässen in der Frontschürze sowie speziell designte 20-Zoll-Alufelgen. Die meisten Zierteile an der Karosserie sind in einem matten Grau ausgeführt. V12-Logos an den C-Säulen, seitliche M-Embleme und der Modellschriftzug am Heck weisen auf den starken 7er hin. Innen gibt es ein Lederlenkrad mit M-Zeichen oder auch Einstiegsleisten mit beleuchtetem M. Sitze, Türen und Armauflagen werden mit Nappaleder bezogen.

Auch M760Li xDrive V12 Excellence
Allerdings weiß BMW natürlich auch, dass es Kunden gibt, die zwar den V12 unter der Haube schätzen, aber nicht mit einer sportlichen Optik auf den Putz hauen wollen. Für sie gibt es den M760Li xDrive V12 Excellence. Dabei entfällt das M-Aerodynamikpaket und es werden andere 20-Zoll-Felgen montiert. Gleichzeitig verchromt BMW die Zierelemente an der Karosserie. Markantes Merkmal ist eine Chromspange, die sich vom Lufteinlassgitter über die gesamte Fahrzeugbreite zieht. Innen schmückt Holz das Lederlenkrad, gleichzeitig endet der Tacho bei 260 km/h. Eine komfortorientierte Abgasanlage soll für kultivierten Klang sorgen. Etwas kurios: Weil der sehr lange Modellname kaum auf den Heckdeckel passt, steht dort beim Excellence nur schlicht ,V12".

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