DAT-Report 2016 zeigt erschreckende Unwissenheit auf

Die meisten Autofahrer wissen gar nicht, um was es beim VW-Abgasskandal eigentlich geht. Das ist eines der erschreckenden Ergebnisse eine Befragung unter 1.000 Endverbrauchern, die die Deutsche Automobil Treuhand im Rahmen des DAT-Reports 2016 durchgeführt hat.

Nur 16 Prozent wissen: Es geht um NOx
Über drei Viertel der Autofahrer konnte auf die Frage nach dem Kernthema der Krise beim Volkswagenkonzern nicht richtig antworten. Nur 16 Prozent der Befragten wussten, dass Stickoxid der Dreh-und Angelpunkt ist. Die große Mehrheit gab an, dass es um CO2 geht. Zur Erinnerung: CO2 (Kohlendioxid) ist ein erstickend wirkendes, aber ungiftiges Gas, das hauptsächlich wegen der Erderwärmung zum Thema wurde – um diese zu begrenzen, hat die EU für 2020 einen Grenzwert von 95 Gramm CO2 je Kilometer festgelegt. Stickoxide (NOx, also Stickstoffmonoxid NO und Stickstoffdioxid NO2) dagegen schädigen die Lunge und sind für den sauren Regen sowie den Sommersmog durch Ozonbildung verantwortlich. Krebserzeugend sind Stickoxide nicht, das ist der Dieselruß.

Die meisten würden trotzdem einen VW kaufen
Die DAT-Untersuchung beschäftigt sich auch mit den Auswirkungen des Skandals auf die Kaufentscheidungen. Auf die Frage, ob sie sich wegen der Agbasaffäre wahrscheinlich keinen VW kaufen werden, antworteten 17 Prozent der Befragten mit ,Ja". Die Teilgruppe der VW-Fahrer würde sich dagegen nur zu neun Prozent von der Marke abwenden. Auf 83 Prozent der VW-Fahrer hat der Abgasskandal keinen negativen Einfluss auf die Kaufentscheidung: Sie würden der Marke treu bleiben.

Keine Abkehr vom Diesel
Auch durch den Dieselskandal kehren sich die Autofahrer nicht vom Diesel ab. Nur neun Prozent aller Befragten (und auch neun Prozent der momentanen Dieselfahrer) würden sich wegen des Abgasskandals kein Dieselfahrzeug kaufen. 85 Prozent der Dieselfahrer gaben sich dagegen vollkommen unbeeindruckt und sagten, der Abgasskandal würde sie nicht hindern, sich wieder für einen Diesel zu entscheiden.

Vertrauen in VW ist nicht erschüttert
Auch das Vertrauen in den VW-Konzern sowie die Händler und Werkstätten bei der Bewältigung der Thematik ist offensichtlich hoch. 63 Prozent aller Befragten und 74 Prozent der VW-Fahrer trauen VW eine zufrieden stellende Lösung zu. 15 Prozent aller Personen und 16 Prozent der VW-Fahrer haben sich hierzu noch keine Meinung gebildet. Nur zehn Prozent der VW-Fahrer glauben, der Konzern könne das Thema nicht zufrieden stellend lösen. Dabei machen die Befragten kaum einen Unterschied zwischen Hersteller und Handel.

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