Unsere erste Ausfahrt im neuen Opel Astra

Im Herbst 2015 wird Opel den komplett neu konstruierten Astra K auf der IAA in Frankfurt (17. bis 27. September) vorstellen. Damit geht der Volumenmodell-Klassiker nach 24 Millionen verkauften Exemplaren – sechs Kadett- und fünf Astra-Generationen – in die nunmehr elfte Runde. Durch neues Design und ein gewaltiges Technik-Update soll der Rüsselsheimer vom vierten Platz der Kompaktwagen-Verkaufsstatistik wieder nach vorne aufrücken. Wir haben den Neuen bereits als stark getarnten Prototyp Probe gefahren.

Innen- und Außendesign
Das neue Astra-Design bleibt noch unter einer Tarnfolie verborgen. Kantiger soll die Karosserie aber werden, auch wenn die typisch runden Opel-Formen erhalten bleiben. Auch der gesamte Innenraum ist noch mit undurchsichtigen Tüchern verhängt. Ein erster Blick hinter den Vorhang offenbart allerdings schon, dass es in Zukunft keine Knöpfchenflut mehr geben wird. Zu den Punkten Verarbeitung oder Bedienungsfreundlichkeit lässt sich bislang noch nichts sagen, da der Innenraum des Prototyps noch nicht auf dem künftigen Serienstandard aufgebaut war.

Matrix-LED-Scheinwerfer
Die auffälligste Neuerung konnten wir aber schon bei Nacht erleben: Optional wird der Astra K nämlich nicht mehr mit Bi-Xenon-Scheinwerfern, sondern mit Matrix-LED-Scheinwerfern erleuchtet. Das Licht-System arbeitet mit acht LEDs pro Scheinwerfer, erzeugt eine Tageslicht ähnliche Helligkeit und kann bei Bedarf entgegenkommende oder vorausfahrende Fahrzeuge ausblenden. Analog dazu werden auch die Rückleuchten in LED-Technik ausgeführt. Der Aufpreis soll sich an der aktuellen Xenon-Option orientieren.

Größe und Gewicht reduziert
Der noch aktuelle Astra leidet unter seiner Größe und seinem Gewicht. So kommt es, dass der neue Kompakt-Rüsselsheimer entgegen dem allgemeinen Trend schrumpft. In Zahlen: Die Karosserie wird 26 Millimeter flacher und 49 Millimeter kürzer. Der Radstand wird um 23 Millimeter verkürzt. Trotzdem wachsen die Innenraum-Maße und endlich sitzt es sich auch bequem im Fond. Darüber hinaus sorgt die neu entwickelte GM-Fahrzeugplattform D2XX für rund 80 Kilogramm Gewichtsverlust. Das Chassis konnten die Ingenieure noch einmal um 50 Kilogramm erleichtern. Summa summarum wiegt der Neue je nach Ausstattung 120 bis 200 Kilogramm weniger als der Vorgänger.

Drei Benziner und drei Diesel
Für den Vortrieb gibts drei Benziner und drei Diesel. Der Einstiegsbenziner wird dabei das bereits aus dem Corsa und dem Adam bekannte Einliter-Dreizylinder-Aggregat mit 105 PS sein und den 1,6-Liter-Sauger mit 115 PS ersetzen. Daneben stehen ein neuer 1,4-Liter-Vierzylinder mit 145 PS und ein 200 PS starker 1,6-Liter-Vierzylinder zur Verfügung. Der 1,6-Liter-Selbstzünder wird wohl in den Leistungsabstufungen 95, 110 und 136 PS angeboten. Die Einstiegsmotoren werden mit manuellen Fünf-, alle weiteren Aggregate mit Sechsgang-Getrieben ausgestattet. Ein DSG-Getriebe wird es auch im neuen Astra nicht geben. Dafür könnte im Laufe des ersten Modell-Zyklus eine Achtgang-Automatik Einzug halten.

Agiler und temperamentvoller
Wir lassen den Theorie-Teil hinter uns, um zu erfahren, wie sich die Neuerungen auf das Fahrverhalten auswirken: Kurz gesagt, gut bis sehr gut! Der neue Astra verliert endlich seine Kopflastigkeit. Zudem wurde dem Rüsselsheimer seine Neigung zum Schaukeln und Untersteuern fast gänzlich ausgetrieben. Auch Lenkung, Bremse und Gasannahme lassen sich viel präziser und direkter steuern. Darüber hinaus sorgen die neuen Turbo-Aggregate ab etwa 2.000 Umdrehungen pro Minute für gesteigerten Fahrspaß mit Nachdruck. So wirkt das gesamte Fahrzeug viel ausgeglichener und definierter. Die Mischung zwischen Performance und Komfort hat einen guten Satz nach vorne gemacht und dadurch kann der Astra seine Schwammig- und Behäbigkeit abschütteln.

Preise zur Markteinführung
Bereits kurz nach der Premiere auf der IAA wird der neue Astra als Fünftürer zu den Händlern rollen. Im Dezember 2015 sollen dann die ersten Auslieferungen beginnen. Eine Kombi-Variante schiebt der Hersteller Anfang 2016 nach. Zu angepeilten Verkaufspreisen von Fünftürer oder Kombi ist bislang noch nichts bekannt.

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