In 3,7 Sekunden auf Tempo 100: Jaguar F-Type SVR mit 575 PS

Kürzlich stellte Jaguar den F-Type Project 7 auf Basis des F-Type Cabrio vor, den stärksten Jaguar überhaupt. Doch das Modell ist zahlenmäßig limitiert. Nun präsentiert die Raubkatzen-Marke auf dem Genfer Autosalon (3. bis 13. März 2016) ein ebenso starkes, aber demokratischeres Modell. Der F-Type SVR bietet 575 PS und 700 Newtonmeter Drehmoment. Beeindruckend, aber andererseits sind das nur viereinhalb Prozent mehr, als das bisherige Spitzenmodell F-Type R AWD bietet. Trotzdem ist das Auto deutlich schneller. Im Folgenden lesen Sie, wie Jaguar das geschafft hat.

SVO macht sich nun auch bei Jaguar zu schaffen
Zunächst einmal: Der Neuling ist ein Produkt von SVO. Die drei Buchstaben sind Autofans als Tuningabteilung von Land Rover bekannt. Nun macht sich Special Vehicle Operations auch bei Konzernschwester Jaguar zu schaffen. Das erste Ergebnis ist der F-Type SVR. Er bietet 25 PS mehr Leistung und 20 Newtonmeter mehr Drehmoment als der F-Type R. Deutlicher ist die Verbesserung beim Sprint: Der optimierte Fünfliter-Kompressor-V8 beschleunigt den schicken Sportler in 3,7 Sekunden auf Tempo 100, was 0,4 Sekunden weniger sind, als der F-Type R AWD braucht. Auch die Höchstgeschwindigkeit steigt deutlich, von 300 auf 322 km/h beim Coupé und auf 314 km/h beim Cabrio. Die Leistungssteigerung geht nicht auf Kosten des Verbrauchs, der mit 11,3 Liter gleich bleibt.

Gewicht runter, Traktion rauf
Nur wenig mehr Leistung, aber ein spürbar schnellerer Sprint – liegt das am Gewicht? Zum Teil. Die Ersparnis gegenüber einem F-Type R AWD beträgt 25 Kilo – bei Bestellung der optionalen Carbon-Keramikbremsen und dem Kohlefaser-Dach sind es 50 Kilo. Hinzu kommen aber noch Maßnahmen für eine bessere Traktion und eine günstigere Abstufung der Achtgang-Automatik. Der serienmäßige Allradantrieb wurde wie das ESP neu abgestimmt, was die Traktion verbessert. Dasselbe gilt für die um zehn Millimeter breiteren Reifen. Es handelt sich um speziell entwickelte Pirelli P Zero im Format 265/35 ZR20 und 305/30 ZR20.

Verbesserte Stabis und Dämpfer
Am Fahrwerk wurde ebenfalls geschraubt. Beispiele sind diverse Alu-Bauteile, der dickere hintere Querstabilisator und Verbesserungen an den adaptiven Dämpfern, nämlich neu abgestimmte Ventile sowie eine verbesserte Steuersoftware. Serienmäßig verzögert der neue Jaguar über innenbelüftete Scheiben mit 380 und 376 Millimeter Durchmesser. Auf Wunsch gibt es besonders leistungsstarke und leichte Carbon-Keramik-Bremsen.

Ausfahrbarer Spoiler
Auch der Aerodynamik widmeten sich die Ingenieure. Um den Luftwiderstand zu senken, wurde der vordere Stoßfänger weiter nach außen gezogen. Auch die Frontschürze und der vordere Unterboden wurden aerodynamisch optimiert. Die größeren Luftöffnungen und die veränderten Schlitze in der Fronthaube verbessern die Motorkühlung. Öffnungen in den vorderen Radlaufverkleidungen verhindern Luftstauungen und beugen Auftrieb an der Vorderachse vor. Hinten sorgt ein neues Leitprofil für eine Beschleunigung des Luftstroms und wirkt Auftriebstendenzen entgegen, dazu kommt ein geänderter Diffusor. Doch die wirkungsvollste Einzelmaßnahme ist der ausfahrbare Heckspoiler. Er kommt im Normal-Modus ab etwa 100 km/h heraus, im Dynamic-Modus schon ab Start.

Leichtere und besser klingende Abgasanlage
Der neue Abgasstrang aus Titan und einer Nickel-Chrom-Legierung (Inconel) hält problemlos höhere Temperaturen aus. Im Vergleich zur Edelstahl-Anlage des F-Type R konnten dank der hitzebeständigen Eigenschaften von Inconel die Wandstärken um die Hälfte reduziert werden. Der neue Abgasstrang soll zusätzlich einen markanteren, grollenden Sound erzeugen – speziell bei niedriger Drehzahl.

Für Angeber: Verriegeln per Apple Watch
In der Kabine warten maßgeschneiderte und bis zu 14-fach verstellbare Leder-Sportsitze mit gesteppten Rauten, Kontrastnähten und Mikro-Kedern sowie Kopfstützen mit SVR-Logo auf die Insassen. Die Schaltwippen sind größer als in den übrigen F-Type-Modellen. Interessant für Hightech-Liebhaber und Poser: Die InControl Remote App ist nun auch kompatibel mit einer Apple Watch. Damit kann der Fahrer die Türen nun nicht mehr nur ordinär per Handy, sondern auch per Uhr ver- und entriegeln, von außen den Tank-Füllstand oder den Kilometerstand prüfen oder sich den Standort des Wagens auf einer Karte anzeigen lassen.

25.200 Euro Aufschlag
Die vielen Unterschiede schlagen sich natürlich auch im Preis nieder. 138.400 Euro kostet das SVR Coupé und 145.400 Euro das Cabriolet – das ist jeweils ein Aufschlag von 25.200 Euro gegenüber den bisherigen Topversionen. Bestellbar sind die SVR-Jaguars ab sofort, bei den Händlern stehen sie ab Juni 2016.

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