Das City-SUV ,Kwid" soll für 4.000 bis 5.000 Euro Kunden locken

Renault wird in Indien ein neues Billigauto auf den Markt bringen: den Kwid. Ganz überraschend kommt diese Meldung nicht, denn schon vor einem Jahr hatte der Hersteller ein entsprechendes Concept Car auf der Delhi Auto Show vorgestellt. Nun folgt das Serienmodell. Das im Werk Chennai gebaute City-SUV soll für etwa 4.000 bis 5.000 Euro zunächst in Indien angeboten werden.

Nur wenig länger, aber schmaler als ein Twingo
Der Kwid ist als Renault gelabelt und fährt nicht unter der Marke Dacia, die in Europa für preiswerte Automobile aus dem Renault-Nissan-Konzern steht. Mit seiner Länge von 3,68 Meter und einer Breite von nur 1,58 Meter soll sich der Kwid durch die Großstadt-Dschungel Asiens schlagen. Zum Vergleich: Ein Twingo ist acht Zentimeter kürzer, dafür sieben Zentimeter breiter.

Navigationssystem dabei
Der kleine Fünfsitzer sieht dem Dacia Duster ein bisschen ähnlich und bietet immerhin 18 Zentimeter Bodenfreiheit. Die hohe Sitzposition soll eine gute Sicht auf den Stadtverkehr bieten. Das Cockpit des Kwid wirkt modern, aber auch recht karg. Die Mittelkonsole hebt sich durch Klavierlack von der übrigen Plastiklandschaft ab und wird von einem Multimediasystem mit Sieben-Zoll-Farbmonitor dominiert. Neben einer Audioanlage und einer Bluetooth-Schnittstelle bietet das Gerät auch eine Navigationsfunktion. Für die Inder dürfte allein dieses System ein wichtiges Statussymbol darstellen.

0,8-Liter-Otto?
Zur Motorisierung und zu weiteren technischen Details gibt es noch keine konkreten Informationen. Eine Renault-Sprecherin teilte uns auf Nachfrage mit, dass ein 0,8-Liter-Benziner eingesetzt werden könnte. Die vor einem Jahr vorstellte Studie wurde von einem 1,2-Liter-Turbobenziner angetrieben, der mit einem Doppelkupplungsgetriebe verbunden war. Beim Serienmodell dürfte aus Kostengründen auf ein manuelles Fünfgang-Getriebe zurückgegriffen werden. Auf ein weiteres Feature des Concept Cars muss man ihm Serien-Kwid wohl ebenfalls verzichten: den ,Flying Companion" genannten Flugroboter. Diese Drohne startete vom Dach und konnte die Verkehrsverhältnisse beobachten, Hindernisse auf der Straße entdecken oder die Landschaft fotografieren.

Baukasten-Prinzip
Eine Markteinführung in Europa – möglicherweise auch unter der Marke Dacia – ist laut Renault derzeit nicht geplant. Dennoch bietet der Kwid ein gutes Potenzial für den Einsatz in anderen Ländern. Das kleine SUV baut als erstes Fahrzeug der Renault-Nissan-Allianz auf dem modularen CMF-A-Baukasten (Common Module Family) auf. Dank dieses Baukastens kann eine Vielzahl von Fahrzeugen aus einem kleineren Teile-Pool realisiert werden. ,A" steht dabei für Kleinwagen, ,B" für Mittelklassemodelle und ,C/D" für größere Fahrzeuge. Mit dem Baukasten will der Hersteller schneller auf die Bedürfnisse eines Marktes reagieren und die Fahrzeugpalette entsprechend anpassen.

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