F-Type R AWD Bloodhound SCC beim Speed-Rekord-Versuch

Verrückt ist das schon: Im Jahr 2016 will das englische Bloodhound-Team die Schallmauer durchbrechen und einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Landfahrzeuge aufstellen. Der liegt derzeit bei 1.227,985 km/h und wurde im Oktober 1997 von Andy Green am Steuer eines Thrust SSC in der Wüste Nevadas aufgestellt. Green will nun seinen eigenen Bestwert knacken und mit dem neuen Bloodhound SSC 1.000 Meilen schnell werden – das sind 1.600 km/h beziehungsweise Mach 1,3.

Schnelles Einsatzfahrzeug im Spezial-Look
Jaguar unterstützt das spektakuläre Vorhaben als Technologiepartner unter anderem mit Motoren und mit zwei ganz speziellen Fahrzeugen. Dazu gehört der F-Type R AWD Bloodhound, der beim Coventry MotoFest (29. bis 31. Mai 2015) erstmals live gezeigt wird. Um als schnelles Einsatzfahrzeug auch standesgemäß auszusehen, bekam er von der firmeneigenen Tuningabteilung ein außergewöhnliches Farbkleid verpasst. Die orange-blaue Sonderlackierung gleicht nun fast der des Bloodhound SCC.

Jaguar-Motor im Bloodhound
Besonders interessant ist allerdings noch eine weitere Gemeinsamkeit zwischen dem F-Type und dem potenziellen Weltrekord-Wagen. Es ist der 550 PS starke Fünfliter-V8, der in beiden Mobilen eine wesentliche Rolle spielt. Dem F-Type dient die Maschine als Triebwerk und bringt das Coupé in 4,1 Sekunden auf Tempo 100. Als Spitze schafft der Zweitürer stolze 300 km/h. Im Bloodhound stellt der Motor mit seiner hohen Leistung den Druck in den hydraulischen Systemen bereit und treibt zusätzlich die Oxidator-Pumpe des Raketenmotors an. Diese Pumpe füttert das ab 480 km/h startende Raketentriebwerk in nur 20 Sekunden mit 800 Liter Wasserstoffperoxid. Für den Hauptantrieb sind ein Raketen- und ein Turbotriebwerk aus dem Eurofighter verantwortlich. Alle drei Maschinen zusammen liefern sagenhafte 135.000 PS.

Funkverbindung getestet
Bereits im November 2014 machte ein Jaguar F-Type R AWD bei einem vorab durchgeführten Hochgeschwindigkeitstest in der südafrikanischen Hakskeen-Wüste von sich reden. Um die Bedingungen für den Tag der Wahrheit so realistisch wie möglich zu simulieren, wurden damals das R-Coupé und ein Militärjet mit exakt dem gleichen Kommunikationssystem ausgestattet, das auch für den Bloodhound entwickelt wurde. Beim Test rasten der Jet im Tiefflug nur 15 Meter über dem Boden mit 900 km/h und der Jaguar mit 300 km/h aufeinander zu. Das macht zusammen 1.200 km/h – und kam der angepeilten Rekordgeschwindigkeit recht nahe. Der Versuch war erfolgreich: Die zwingend notwendige Funkverbindung zwischen dem Piloten Andy Green und seiner Boxencrew funktionierte einwandfrei.

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