Bald kommt die Serie: Erlkönig des Mittelmotor-Hybriden auf Testfahrt

Langsam wird's ernst: Der Super-Sportler Honda NSX wird zu letzten Abstimmungsfahrten über den Nürburgring gejagt. Noch kleidet ein Tarngewand den Testwagen. Doch wer sich sich das Erlkönigkleid wegdenkt, erkennt deutlich den Acura/Honda NSX Prototypen, der zuletzt im Juni 2014 beim Goodwood Festival of Speed gezeigt wurde. Das Serienmodell der Japan-Flunder wird also dem Concept Car nahezu gleichen – und das ist schön. Auf den Markt kommt der Bolide erst im Jahr 2015. Vermutlich auf der Automesse in Detroit wird der NSX unter dem Markennamen Acura Weltpremiere feiern, auf dem Genfer Autosalon im März 2015 steht dann der Honda NSX für Europa.

Ein Verbrenner, drei Elektromotoren
Es wird auch Zeit, dass der neue NSX kommt, schließlich stand das erste Concept Car bereits auf der Detroit-Messe im Januar 2012. Interessant ist vor allem der Hybrid-Antrieb des flachen Mobils. Kernstück ist ein V6-Otto, der in Mittelmotorbauweise montiert ist. Der Verbrenner bekommt seinen Saft per Direkteinspritzung und wird von einem Doppelturbo beatmet. Gekoppelt ist der Benziner mit einem DSG, in dem ein E-Motor nochmals kräftig beim Antreiben hilft. Zwei zusätzliche Elektromotoren an der Vorderachse dienen ebenfalls dem schnelleren Vorankommen und verhelfen dem NSX zum Allradantrieb. Das System soll laut Honda im Vergleich zu herkömmlichen Allradantrieben ein deutlich besseres Handling bieten. Über technische Daten und Leistungsangaben hüllt der Hersteller derzeit jedoch noch vornehm den Mantel des Schweigens.

Wie viel Leistung?
Der Honda NSX tritt gegen den neuen BMW i8 an, der seit wenigen Wochen auf dem Markt ist. Der Bayer kommt mit einem vergleichbaren Antriebskonzept, allerdings ist sein Verbrenner ein Dreizylinder-Turbo und die Vorderachse wird nur von einem Elektomotor bewegt. Mit einer Systemleistung von 362 PS wie der i8 wird sich Honda aber wohl nicht zufrieden geben. Wir rechnen damit, dass schon allein der V6 im NSX diesen Wert erreicht. Dann allerdings dürfte der PS-Summe aller Motoren eine fette ,5" voran stehen. Mittelmotor-Konkurrenten wie der Ferrari 458 Italia mit 570 PS oder der McLaren 650S mit 650 PS wären dann ebenfalls im Visier.

NSX: Vorgänger von 1990 bis 2005
Der neue NSX tritt ein spannendes Erbe an. Sein Vorgänger wurde in verschiedenen Ausführungen zwischen 1990 und 2005 gebaut. In der letzten Auflage schaffte ein 3,2-Liter-Motor 280 PS herbei, die Spitze lag bei über 270 km/h. Es bleibt die Frage, wie viel der Neue kosten wird – denkbar sind weit über 100.000 Euro. Der Münchner Konkurrent i8 ist übrigens für 126.000 Euro zu haben.

Lesen Sie auch:

Gallery: Honda NSX: Erlkönig