,Elvis` BMW 507: lost and found" Sonderausstellung

Der BMW 507 besaß schon in den Fünfzigern Seltenheitswert. Nur 254 Exemplare des Roadsters wurden zwischen 1955 und 1959 gebaut. Jetzt ist einer der ganz seltenen Sorte in Kalifornien aufgetaucht. Ein ,Traum von der Isar" (so nannte man den 507 schon kurz nach seiner Vorstellung auf der IAA 1955), Erstzulassung im September 1957 mit der Fahrgestellnummer 70079. Das BMW-Museum erzählt nun vom 24. Juli bis 10. August 2014 die Geschichte dieses Kultfahrzeugs, um das sich viele Mythen ranken. Im Anschluss soll der Wagen von Experten der BMW Group Classic restauriert werden. Wir folgen derweil den Mythen und Geschichten hinter der Zahl 70079.

Ein Mythos entsteht
Es ist der 15. September 1957 als BMW, zwei Tage nach seiner Abnahme und Fertigstellung, den 507 mit der Fahrgestellnummer 70079 anmeldet und ihn mit dem Kennzeichen M-JX 800 und als Hardtop-Variante vom 19. bis 29. September den kaufkräftigen Herrschaften auf der IAA präsentiert. 26.500 DM sollte das Designwerk von Albrecht Graf Goertz kosten, nach heutigem Maßstab wären das etwa 340.000 Euro. Dafür gab es einen Roadster, der mit Alu-Karosse und V8 aus dem ,Barockengel" 150 PS leistete und zu der Zeit wahnwitzige 220 km/h in der Spitze schaffte.

Ein zweiter Mythos taucht auf
BMW plante, etwa 1.000 Stück pro Jahr an den Mann zu bringen, um von der solventen Kundschaft, die sonst Mercedes 300 SL fährt, ein Stück abzubekommen. Doch die Produktion und somit der Kaufpreis erwiesen sich als zu teuer und so rangen die Bayern um potenzielle Käufer. Um die Leistungsfähigkeit des Wagens zu beweisen wird der 70079 im Jahr 1958 zu Demonstrationszwecken von Hans Stuck beim Schauinslandrennen zum Sieg geführt. Die flüssige Gesellschaft wurde aufmerksam – so auch Elvis Presley, der genau diesen 507 wohl erstmals 1958 an der Rennstrecke von Monthléry bei Paris gesehen haben soll. Danach wird der Wagen von BMW komplett überholt und kommt anschließend, am 12. Dezember 1958, ins Autohaus Wirth in Frankfurt. Acht Tage später ist es dann soweit und die beiden Mythen, Elvis und der besagte 507, finden in dem Autohaus in Frankfurt am Main zusammen und der BMW wechselte für 3.750 Dollar den Besitzer.

Imagewechsel, Mythen, Theorien
Doch der King of Rock`n`Roll, der zu dieser Zeit in Bad Nauheim bei Frankfurt wohnte und sich als amerikanischer GI im deutschen Außeneinsatz befand, bekam Probleme mit dem damals noch weißen Wagen. Fans und Verehrerinnen hinterließen häufig mit rotem Lippenstift ihre Kontaktdaten auf dem 507. Die ständigen Reinigungsorgien wurden Sergeant Presley schließlich zu lästig und so entschied er sich, den BMW kurzerhand in Rot lackieren zu lassen.

Verschwommene Zeiten
Wie der 507 in die USA kam, ist bis heute nicht geklärt. Bekannt ist nur, dass Elvis den Wagen nicht in die Vereinigten Staaten überführte, als er am 2. März 1960 seine Dienstzeit in Deutschland beendete. 1962 taucht der BMW plötzlich bei einem New Yorker Chrysler-Händer wieder auf, der ihn an Tommy Charles verkauft. Charles brachte das Auto nach Alabama, um dort mit ihm an Straßenrennen teilzunehmen. Von ihm bekommt der 507 einen stärkeren Motor, andere Achsen und ein anderes Getriebe. Dann wird es wieder dunkel, bis ein Luftfahrtingenieur aus Arizona, Jack Castor, den Wagen 1968 für ein paar Tausend Dollar kauft. Castor fährt das Auto ein paar Jahre und stellt ihn irgendwann südlich von San Francisco in eine Lagerhalle.

Neuer Glanz für verstaubte Geschichte
Fast 40 Jahre stand der Mythos jetzt dort und konnte reifen. Im Juli 2014 entschloss sich Castor, die mittlerweile vergilbte und angerostete Legende zur Restauration zurück nach Deutschland zu bringen. Bis zum 10. August 2014 kann man nun den Elvis` 507 noch in seinem originalen Zustand im BMW-Museum begutachten. Der weiße Lack von einst, der Charme der Fünfziger und die bewegte Geschichte des Wagens scheinen noch durch die dicke Staubschicht und lassen den sonst miserablen Zustand schnell vergessen. Zwei Jahre plant BMW für die Restauration – Weiß soll er wieder werden, der Mythos.

Lesen Sie auch:

Bildergalerie: Restaurierung eines Mythos