Dodge Challenger Hellcat Biturbo von Hennessey

Seit 2014 ist der Dodge Challenger Hellcat quasi das Synonym für mobile Unvernunft. 717 PS und 881 Newtonmeter in einem archaischen Coupé, das ausladender ist als Texas: Es klingt völlig daneben, aber viele Menschen werden zustimmen, dass die Anziehungskraft dieses moralisch verwerflichen Ungetüms reichlich groß ist. Apropos Texas: Hier ist bekanntlich ,everything" noch ein bisschen ,bigger" und über 700 PS in einem Straßenauto sind nur eins: ein netter Anfang. Hennessey Performance, die PS-Instanz aus dem Lone Star State sieht das ähnlich und hat bereits früh damit begonnen, dem Challenger Hellcat die Backen noch weiter aufzublasen. Varianten mit 800 und 850 PS klingen schon reichlich hanebüchen, aber jetzt schießt Hennessey den Vogel endgültig ab.

Stärker als ein Bugatti Veyron
Das neueste Projekt von John Hennessey und Mannschaft nennt sich HPE1000 Twin Turbo & Supercharged Engine Upgrade und es beinhaltet all die Verrücktheit, die man in diesem langen Namen finden kann. Jawohl, der 6,2-Liter-Kompressor-V8 der Höllenkatze erhält von Hennessey einen Biturbo-Umbau. Obendrauf, versteht sich. Die komplette Motor-Peripherie wird den beängstigenden Gegebenheiten natürlich ebenfalls angepasst. Ein neues Ladeluftkühlersystem, Einspritzung, Auspuff, ein Haufen neuer Rohre und alle möglichen Filter und Ventile gehören schließlich dazu, damit nach finaler Motorabstimmung knapp 1.050 PS bei 6.500 U/min sowie 1.338 Newtonmeter bei 4.200 U/min anliegen. Schöner Nebeneffekt: Ein Bugatti Veyron ist nun das deutlich schwächere Auto.

In unter drei Sekunden auf 100 km/h?
Der ganze Irrsinn fällt übrigens nach wie vor ganz allein über die Hinterachse her. Dass selbige nicht einfach zu Staub verfällt, scheint an ein Wunder zu grenzen. Vor allem weil Hennessey das arme Ächslein – wie den Rest des Autos – im Originalzustand belässt. Der Sprint von 0-60 mph soll nun in 2,7 Sekunden über die Bühne gehen, die 0-100 km/h dürften also etwa 2,9 Sekunden dauern (Serie: 3,8 Sekunden). Vorausgesetzt man findet passende Reifen, die nicht schon vor dem ersten Start aus blanker Angst das Weite suchen (Hennessey erwähnt, dass für die Messung spezielle Drag-Reifen an der Hinterachse zum Einsatz kamen). Ebenfalls gut zu wissen: Hennessey hat mit der Biturbo-Hellcat ein echtes Zehn-Sekunden-Auto gebaut, denn die Zeit für die Viertelmeile geben die Texaner mit 9,9 Sekunden an. Wie chirurgisch präzise der eigene Gasfuß für diese Leistung sein muss, ist allerdings nicht überliefert. Genauso wenig die Höchstgeschwindigkeit. Die liegt aber beim Serienauto bereits bei gut 330 km/h. Wer Lamborghini Aventadors mit seinem Dodge jagen möchte, sollte dies nun also problemlos tun können. Und das ganz nebenbei auch mit dem viertürigen Charger Hellcat. Für die stärkste Limousine der Welt bietet Hennessey den Biturbo-Umbau ebenfalls an.

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